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Die Zeche Scherlebeck

Im Norden Hertens an der Scherlebecker Straße konnte mit Hilfe des Landes NRW ein Gebäudeensemble des ehemaligen Schacht V/VI des Steinkohlenbergwerkes Schlägel & Eisen erhalten und von Grund auf renoviert werden. Die Anlage wurde am 01.08.1898 in Betrieb genommen. Aufgrund ihrer bestechenden Architektur und ausgestattet mit neuester Technik wurde die „Zeche Scherlebeck“ eine Musteranlage. Noch gut erhalten und nach Absprache mit dem „Förderverein Schacht 5“ zu besichtigen ist eine der zwei Dampfzwillings-Fördermaschinen.


Maschinenhalle Zeche Scherlebeck
Im Gebäudekomplex sind ein Kindergarten, eine Altentagesstätte, die Beschäftigungs– und Qualifizierungsgesellschaft der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Recklinghausen (rebeq) und ein Stadtteiltreff – betrieben durch den Förderverein Schacht 5 – untergebracht. Die Maschinenhalle, die durch ihre architektonisch interessante Gründerzeitfassade auffällt, bietet durch ihre nach Süden ausgerichtete Lage und wegen der zahlreichen Rundbogenfenster hervorragende Bedingungen für die Realisierung unterschiedlichster Ausstellungskonzepte. Die Maschinenhalle und der Stadtteiltreff können auch als außergewöhnliche „Location“ für betriebliche oder private Feiern und Veranstaltungen genutzt werden.

Wegbeschreibung:
Zeche Scherlebeck, Scherlebecker Str. 260, Buslinie 242/224, Haltestelle Polsumer Str.

Maschinenhalle Scherlebeck - Schacht V/VI
Ein lebendiges Zeugnis der industriellen Kultur der ehemals größten Bergbaustadt Europas bilden die Gebäude des ehemaligen Schachtes V / VI des Steinkohlenbergwerkes Schlägel & Eisen. Mit Hilfe des Landes NRW und dem Förderverein Schacht 5 e.V. konnten die Räume renoviert werden. In der alten Maschinenhalle der Zeche Scherlebeck können Besucher die älteste Dampfzwillings-Fördermaschine Westfalens besichtigen. Auch ein kleines technikgeschichtliches Museum lädt zur Betrachtung ein. Darüber hinaus ist auch die Architektur der Maschinenhalle sehenswert.


Foto: W. Quickels
Bereits die Gründerzeitfassade sticht durch eine interessante Architektur hervor. Tritt man dann ins Innere, fällt einem sogleich die für eine Maschinenhalle ungewöhnlich gute natürliche Beleuchtung ins Auge – ein Resultat der Südlage und der zahlreichen Rundbogenfenster. Mittlerweile nutzen auch Künstler die guten Bedingungen, um zu Ausstellungen an einem außergewöhnlichen Ort einzuladen.

Interessierte, die etwas von dem Flair der viel zitierten Symbiose zwischen Industrie und Kultur im Ruhrgebiet spüren wollen, sollten sich einen Besuch in der Maschinenhalle der Zeche Scherlebeck nicht entgehen lassen. Besichtigungen können telefonisch mit dem Förderverein Schacht V e.V. vereinbart werden.


umzug Herten liegt im nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen und ist eine große kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen. Die Stadt liegt im Bereich des Regionalverbandes Ruhr. Die Stadt liegt im nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Die höchste Erhebung der Stadt Herten ist in Scherlebeck mit 110 Meter, wo daher auch die größten Wassertürme Deutschlands stehen. Des Weiteren stellen die wachsenden Halden zurzeit noch die zweitgrößte Erhebung dar. Der Paschenberg ist nur 90 Meter hoch und damit der dritthöchste Punkt der Stadt.


Lange Zeit war Herten, gemessen an der Fördermenge, die größte Bergbaustadt Europas (zeitweise 36.000t Kohleförderung/Tag). Herten beheimatete drei Bergwerke. Das Bergwerk Schlägel und Eisen im Norden, das Bergwerk Ewald im Süden sowie nach der Eingemeindung von Westerholt das Bergwerk Westerholt. Der Abraum, der bei der Kohleförderung anfiel, wurde im Hertener Süden nahe der Zeche Ewald aufgeschüttet. So entstanden die Bergehalden Hoppenbruch, Emscherbruch und Hoheward. Im Jahr 2000 wurde die Zeche Ewald, die seit Juli 1997 mit der Gelsenkirchener Zeche Hugo ein Verbundbergwerk bildete, geschlossen.

Neben den Zechen trat besonders die Firma Schweißfurth hervor, die mit ihrem fleischverarbeitenden Betrieb, den heutigen "Herta"-Werken, in ganz Europa bekannt ist. Außerdem ist die "Vestische Straßenbahnen GmbH" ein wichtiger Arbeitgeber. Im Süden der Stadt sind außerdem einige andere namhafte Konzerne angesiedelt (z. B. ALDI oder Klaeser) und das Rohstoffrückgewinnungszentrum Ruhr (RZR) der AGR ansässig, die für einige Arbeitsplätze sorgen. Seit 1988 ist in Herten das Staatliche Umweltamt Herten, das damalige Staatliche Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft, ansässig. Das Institut Fresenius eröffnete im Oktober 2002 ein Labor, direkt neben dem seit 1996 bestehenden Zukunftszentrum. Zusammen bilden die drei Einrichtungen den Technologiepark Herten. Auf der gegenüberliegenden Seite der Gleisanlage befindet sich die Abfüllanlage der Coca-Cola GmbH, die in den vergangenen Jahren ihre Betriebsfläche um ein Vielfaches erweitert hat.


Basisdaten

Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Regionalverband Ruhr
Kreis: Recklinghausen
Koordinaten: 51° 36' N, 7° 08' O
Höhe: 75 m ü. NN
Fläche: 37,31 km²
Einwohner: 65.439 (31. Dezember 2005)
Bevölkerungsdichte: 1754 Einwohner je km²
Postleitzahl: 45699, 45701
Vorwahlen: 02366, 0209 (Westerholt), 02365 (Marl)
Kfz-Kennzeichen: RE

Stadt Herten - Geschichtliche Entwicklung

 

Stadt Herten
Wappen der Stadt Herten

Herten (Kreis Recklinghausen). Zum 1.1.1975 wurden Bertlich und Westerholt in die Stadt eingegliedert.

Erste schriftliche Erwähnung Hertens im 11. Jh. in Verbindung mit Abgaben für das Jahrgedächtnis des Abtes Adalwig von Werden, der 1081 starb. Die Besiedelung des Ortes scheint jedoch schon wesentlich früher erfolgt zu sein. 1903 wurden am Fuße des Paschenberges merowingische Gräber entdeckt, 2 km südöstlich der Ortsmitte fand man bei späteren Grabungen einen Turmhügel, der vermutlich die Lage des 1307 bezeugten Gutes Aseling angibt, und 1,5 km westlich eine Erd-Wallburg aus dem 10./11. Jh bei dem 1300 urkundlich genannten Haus Sienbeck.

Ein Freistuhl (belegt um 1100) befand sich im heutigen Ortsteil Langenbochum, ein anderer (1406) bei Haus Sienbeck. Die Stuhlherrschaft stand den Herren von Sienbeck bis 1360 zu, später den Besitzern des Hauses Herten.

Die Herren von Herten (Ministeriale der Abtei Werden) traten erstmals 1286 mit "Gerlacus dictus de Hertene" auf. Ihr ursprünglicher Sitz wird in der Nähe der Kirche St. Antonius vermutet (ein gotischer Bau mit romanischem Westturm, 1882 wegen Baufälligkeit abgebrochen, bis 1884 durch einen Neubau ersetzt). Die Kirche, einst eine zum Hause Herten gehörende grundherrliche Eigenkirche, erhielt erst 1433 Pfarrechte. Früheste Belegung des Hauses Herten im Jahre 1376, zu dieser Zeit befand es sich im Besitz der Herren von Galen; seine Lage wahrscheinlich mit der heutigen identisch. 1488 gehörte es der Familie von Stecke, 1529 Bertram von Nesselrode (Statthalter des Vestes Recklinghausen von 1539 bis 1556), der den anscheinend schon vor 1528 begonnenen Bau an der Stelle einer älteren Burganlage so fortsetzte, daß sie mit Festungen und Wällen einer Belagerung in den truchsessischen Wirren standhielt. Umbauten im 17. und 18. Jh. veränderten das Aussehen kaum. Es bewahrte seinen Charakter der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance. Schloß Herten blieb bis 1824 im Besitz der Herren und späteren (1702) Grafen von Nesselrode und war bis 1802 Sitz des Statthalters, ein Amt, das sich von 1539 bis 1802 mit einer Ausnahme in der Hand der Herren von Nesselrode befand. Nach dem Tode des letzten Nesselrode gelangte Schloß Herten in den Besitz der Grafen Droste zu Vischering, die ihrem Namen nunmehr den Zusatz von Nesselrode-Reichenstein geben durften.

Herten war 1811 Sitz einer Bürgermeisterei. 1819 wurde sie aufgelöst, die Gemeinde dem Amtsverband Recklinghausen eingegliedert. 1844 wurde der 1827 gebildete Grundsteuerverband Herten aufgrund der Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen selbständige Landgemeinde. Am 9.10.1856 Abtrennung der Gemeinde vom Amtsverband Recklinghausen und Bildung des Amtes Herten, das bis 1876 seinen Sitz im Renteigebäude des Schlosses Herten hatte.

Wirtschaftliche Bedeutung erlangte Herten seit dem Abteufen der Zechen Ewald (1872/76) und Schlägel und Eisen (1876/80). 1926 Erweiterung der Gemeinde durch die Bauerschaften Disteln, Langenbochum und Scherlebeck. 1936 Verleihung der Stadtrechte.

Stadtteil Bertlich.
1397 Bertolowick, ehem. Bauerschaft der Gemeinde Polsum. Einst Sitz des Hauses Hassel (Hasselt): eine Familie desselben Namens tritt in den Quellen im 14. und 15. Jh. auf, es ist jedoch ungewiß, ob es sich um die Besitzer des Hauses Hassel handelt. Um 1350 bereits war die Familie de Grave im Besitz des Hauses und behielt es in ununterbrochener Folge, bis es Johann Dietrich von Grave im 17. Jh. schließlich veräußerte. Der 30jährige Krieg hatte dem bereits stark verschuldeten Haus den Ruin gebracht. Im Jahre 1633 plünderten Rheingrafische Regimenter das Haus, nahmen Wertgegenstände mit und zerstreuten die Familienpapiere. Hassel gelangte in den Besitz des Arnold Freiherr von Wachtendonk, Herrn zu Germenseel, der es 1680 an den Malteserorden verkaufte. Es wurde zu einer Kommende eingerichtet. Das 1733 erbaute Hauptgebäude ist inzwischen abgebrochen worden.

Stadtteil Westerholt.
Besitz des Klosters Werden ist in Westerholt seit 1047 und bis zum 15. Jh nachweisbar. 1193 traten unter den Angehörigen der Recklinghäuser Ministerialität zwei Träger des Namens von Westerholt auf, als deren Sitz die Burg Westerholt vermutet werden darf. Die Burg befand sich 1359 nachweislich im Besitz Wessels von Westerholt, der sie als echtes Allod zugleich mit der anhaftenden Gerichtsbarkeit dem Erzstift Köln als Offenhaus zu Lehen übertrug. Mindestens seit den Belehnungen 1370 durch den Erzbischof von Köln und 1372 durch Kaiser Karl IV. waren die Herren von Westerholt bis 1608 im Besitz der Vogtei über die achteinhalb "Reichshöfe" im Vest Recklinghausen, die sich sämtlich längst in geistlicher Hand befanden. Die im 15. Jh. in eine obere und in eine niedere geteilte Burg war Anfang des 18. Jh. verfallen. Nach einer Feuersbrunst lm Jahre 1830, die den Ende des 18. Jh. erfolgten Ausbau eines Seitenflügels aus dem 17. Jh. bis auf das Renteigebäude zerstörte, ließ Graf Wilhelm von Westerholt ein neues Schloß erbauen.

Die Gemeinde Westerholt entstand aus einer Ansiedlung (1421 als "Freiheit Westerholt" genannt) nördlich der Burg um die 1310 urkundlich bezeugte St. Martini-Kirche. Die "Freiheit" war von Wall und Graben umgeben (z. T. heute noch erhalten), ihren Bürgern stand eine beschränkte Selbstverwaltung unter zwei Vorstehern zu. Bis 1809 unterstanden sie dem Patrimonialgericht der Grafen von Westerholt. 1907 wurde die St.-Martini-Kirche bis auf den als Familiengruft der Burgherren dienenden Chor und den Torso des Turmes abgebrochen. 1811 unterstand Westerholt der Mairie Buer (1844 Amt Buer). 1907-1910 leitete die Anlage der Zeche Westerholt der Hibernia AG eine Entwicklung ein, die 1912 zu einem selbständigen Amt und am 23. 12. 1938 schließlich zur Erhebung Westerholts zur Stadt führen sollte. Zuvor hatte das Amt Westerholt im Jahre 1926 bei der Auflösung des Amtes Recklinghausen Teile von Ebbelich und Langenbochum erhalten.

Quelle: DER KREIS RECKLINGHAUSEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart


Motiv: Schachtanlage 5/6

Beschreibung: im Bild vermutlich Schacht 5

Jahr: 1923 befördert mit französischer Militärpost

Verlag: Kocks, Scherlebeck 

Motiv: Schachtanlage 3/4

Beschreibung: Schacht 3 im Bild

Jahr: 1923 befördert mit französischer Militärpost

Verlag: Hermann Lorch, Dortmund 

Die Bezeichnung mit "Ewald" auf der Karte ist definitiv falsch!

Motiv: Schachtanlage 1/2

Beschreibung: Schacht 1 rechts, Schacht 2 links

Jahr: 1923 befördert mit französischer Militärpost

Verlag: Theodor Volmer, Herten 

Wassertürme von Scherlebeck

Geschichtliche Entwicklung der Stadt Herten - von der Landgemeinde zur Stadt
1050 - Erste urkundliche Erwähnung

Um 1050 wurde Herten erstmals als "Herthene" in einem Heberegister der Abtei Werden an der Ruhr genannt. Während des Mittelalters gehörte Herten zum Kurfürstentum Köln.

Das Schloss Herten diente fast 300 Jahre als Residenz der Statthalter des kurkölnischen Vestes.
Schlosspark
Vogelschau der Schlossanlage von Süd nach Nord.
Zeichnung: Renier Roidkin (um 1730)

Altes Rathaus
Das alte Rathaus von 1892 bis 1957
Kaiserstr. 20, heute Kurt-Schumacher-Str. 2
Foto: Stadt Herten (1908)

1857 - Herten wird selbständige Landgemeinde

Von 1844 bis 1856 war Herten selbständige Landgemeinde im Amtsverband Recklinghausen. Nach der Abtrennung im Jahre 1857 erhielt Herten eine eigene Verwaltung. Graf Felix Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein stellte zunächst das Renteigebäude des Hertener Schlosses für die Verwaltung des Amtes Herten zur Verfügung. Einige Jahre später diente das gräfliche Haus an der Hermannstraße / Ecke Kaiserstraße als Verwaltungssitz, ehe 1892 das erste verwaltungseigene Amtshaus an der Kaiserstraße 20 (heute Kurt-Schumacher-Straße) errichtet wurde.
1872 - Der Bergbau hält Einzug

Bis etwa 1870 hatte das Stadtgebiet ein dörflich-ländliches Gepräge. Der Einzug des Steinkohlenbergbaus im Jahre 1872 löste eine rasante Entwicklung aus und die Bevölkerungzahl stieg sprunghaft an. Es entstanden zahlreiche Bergarbeitersiedlungen verschiedener Stilrichtungen und Epochen. Noch heute ist die um 1910 erbaute Gartensiedlung in Bertlich in ihrer Struktur erhalten.

Mit dem ersten Spatenstich zum Schacht I der Zechenanlage Schlägel & Eisen am 01. Juni 1874 begann für Disteln eine stetige Entwicklung von der Agrar- zur Industrielandschaft. Nach Abteufen des zweiten Schachtes im Jahre 1890 setzte ein gewaltiger wirtschaftlicher Aufschwung des Bergbaus ein, so dass in Langenbochum, Scherlebeck und Herten-Süd weitere Schächte angelegt wurden.

Die ersten Zechenarbeiter kamen aus Herten und der näheren Umgebung. Mit dem gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung des Bergbaus Ende der achtziger Jahres des 19. Jahrhunderts reichte das Arbeitskräfteangebot der Umgebung nicht mehr aus. Es wurden gezielt Arbeitskräfte angeworben. Sie kamen hauptsächlich aus den deutschen Ostgebieten. Aber auch viele Ausländer, vor allem Polen, Tschechen und Slowenen sind nach Herten eingewandert. Die Einwohnerzahl stieg bis 1926 weit über das dreißigfache. Herten wurde zu einer der größten Bergbaustädte Europas.
Zeche Schlägel & Eisen
Eingang der Zeche Schlägel & Eisen III/IV
in Herten-Langenbochum
mit Blick zur Hiberniastraße
Foto: Stadt Herten (1934)

Herten-Bertlich
Bergarbeitersiedlung Birkenstraße
in Herten-Bertlich
Foto: Stadt Herten (ca. 1935)

Straßenbahndepot
Straßenbahndepot der Vestischen Kleinbahnen GmbH
Ewaldstraße / Clemensstraße
Heutiger Standort des Bürgerhauses Herten-Süd
Foto: Stadt Herten (ca. 1935)

 

Bramhügelplatz
Bramhügelplatz in Herten-Mitte
mit Blick in die Ewaldstraße
Foto: Stadt Herten (1909)


1901 - Die erste Straßenbahn in Herten

Um ausreichend Wohnraum für die vielen Zuwanderer zu schaffen, war die Wohnungsbautätigkeit um die Jahrhundertwende sehr rege. Die sanitären Verhältnisse waren anfangs primitiv. Es gab bis 1896 keine Trinkwasserversorgung und keine Kanalisation. Zum Abfließen der Abwässer dienten offene Abzugsrinnen.

Im Jahre 1882 wurde in Herten erstmalig eine Straßenbeleuchtung - vier trübe Petroleumlaternen - eingeführt. Ein gewaltiger Fortschritt war der Bau einer 'Gasanstalt'. Sie entstand an der Herner Straße auf dem heutige Gelände der Hertener Stadtwerke GmbH und wurde am 29. September 1900 eröffnet.

Am 10. Mai 1901 fuhr dann die erste Straßenbahn durch Herten und löste den Pferde-Omnibus ab, der bis dahin einziges öffentliches Verkehrsmittel war. Weil es zur Zeit der Gründung der Straßenbahngesellschaft in Herten noch keinen Strom gab, musste eine Kraftstation für die Stromerzeugung gebaut werden. Der Betriebsbahnhof befand sich im Hertener Süden.

1926 - Erste kommunale Neugliederung

Durch das Gesetz zur kommunalen Neuregelung im rheinisch-westfälischen Industriegebiet wurden zum 01. April 1926 die Bauernschaften Ebbelich, Disteln, Langenbochum und Scherlebeck aus dem Amt Recklinghausen herausgelöst und Herten angegliedert. Die Einwohnerzahl stieg dadurch von 14.991 auf 35.500, das Gemeindegebiet vergrößerte sich von 1.500 auf 2.900 Hektar.

Gastwirtschaft 'Distelner Hof'
Gastwirtschaft "Distelner Hof"
Scherlebecker Straße, heute: Schul-/Josefstraße
Foto: Stadt Herten (1920)

 

Der Gemeinde Herten im Kreise Recklinghausen, die durch ihre Einwohnerzahl und die Größe ihres Gebietes, durch ihre wirtschaftliche Bedeutung und die dadurch bedingte berufliche Gliederung und Wohnweise ihrer Bürger, durch ihre Verkehrslage, ihre kulturellen und sozialen Einrichtungen städtisches Gepräge besitzt, verleihe ich hiermit aufgrund des § 9 der Deutschen Gemeindeordnung das Recht, die Bezeichnung Stadt zu führen.
                                                Münster, Westfalen, am 20. April des Jahres 1936
                                                Der Oberpräsident der Provinz Westfalen
Urkunde über die Verleihung der Stadtrechte
Foto: Stadt Herten

 

Stadtwappen
Das Wappen der Stadt Herten
Foto: Stadt Herten
1936 - Herten erhält Stadtrechte

Die Stadtrechte bekam Herten am 20. April 1936. Die Rechte wurden verliehen, da die "Gemeinde Herten im Kreise Recklinghausen durch ihre Einwohnerzahl und die Größe ihres Gebietes, durch ihre wirtschaftliche Bedeutung und die dadurch bedingte berufliche Gliederung und Wohnweise ihrer Bürger, durch ihre Verkehrslage, ihre kulturellen und sozialen Einrichtungen städtisches Gepräge besitzt".

Im Zusammenhang mit der Verleihung der Stadtrechte wurde am 8. Juni 1936 auch das Recht zur Führung eines eigenen Stadtwappens durch den Oberpräsidenten der Provinz Westfalen verliehen. Nach eingehenden Verhandlungen mit dem Staatsarchiv zu Münster und mehreren Heraldikern hatten sich Bürgermeister und Ratsherren am 30. April / 02. Mai 1936 für ein Wappen entschieden. Das heutige Wappen geht auf ein Siegel des Gerlach van Herten aus dem Jahre 1392 und das Wappen von Westerholt zurück.

Im oberen Feld ist ein silbernes Hirschgeweih im grünen Feld abgebildet. Es deutet auf den Ursprung des Namens hin - 'hert' bedeutete im Mittelniederdeutschen 'Hirsch'. Bei der roten Rose im linken unteren Feld konnte bis heute ein historischer Bezug nicht nachgewiesen werden. Vom Staatsarchiv Münster wird die Auffassung vertreten, dass es sich keinesfalls um eine 'lippische' (aus der ehemaligen Grafschaft Lippe), sondern schlicht um eine 'heraldische' (der Ausschmückung dienende) Rose handelt.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 wurde das Hertener Stadtwappen im unteren rechten Feld um ein geschachtes Symbol ergänzt, das aus dem Wappen der Herren und späteren Grafen von Westerholt entnommen ist.

1975 - Städteehe zwischen Herten und Westerholt / Bertlich

Durch den Flüchtlings- und Vertriebenenzustrom nach dem Zweiten Weltkrieg und der Anziehungskraft des Bergbaus stieg die Einwohnerzahl bis 1960 auf 53.000. Am 1. Januar 1975 erfolgte dann im Rahmen der kommunalen Neugliederung die Vereinigung mit der Stadt Westerholt und dem Polsumer Ortsteil Bertlich zur heutigen Gesamtstadt Herten.

Schon 1970 setzten sich die Politiker mit der vom Land geplanten kommunalen Neuordnung auseinander, die den Zusammenschluss Herten/Recklinghausen und Westerholt/Gelsenkirchen vorsahen. Letztendlich sollten größere und stärkere Verwaltungseinheiten entstehen. Weder Herten noch Westerholt wollten aber von den großen Partnern Recklinghausen und Gelsenkirchen "geschluckt" werden, doch allein hätten sie nicht überlebt.
Eine schwierige Verlobungszeit begann und die damaligen Kommunalpolitiker mussten viel Verhandlungssgeschick zeigen, bis es zur Eheschließung kam.

Am 26. März 1973 war es dann soweit: Der Gebietsänderungsvertrag zwischen der Stadt Herten, der Stadt Westerholt und der Gemeinde Polsum wurde unterzeichnet und trat am 01.01.1975 in Kraft. Der genaue Wortlaut des Gebietsänderungsvertrages besagte: "Die Stadt Herten ist mit Inkrafttreten der Neugliederung Rechtsnachfolgerin der Stadt Westerholt. Die Regelung tritt mit dem Neugliederungsgesetz für das Ruhrgebiet in Kraft."
Gemeindegebiete
Die Hertener Stadtteile


Städtevertrag vom 26.03.1973
Unterzeichnung des Städtevertrages am 26.03.1973
v.l.: Bürgermeister Hans Senkel (Stadt Herten),
Bürgermeister Franz Czernik (Stadt Westerholt),
Stadtkämmerer Heinz Pickmann (Stadt Herten),
Stadtdirektor Hans-Ulrich Stanke (Stadt Herten),
Stadtdirektor Heinz Wiese (Stadt Westerholt)
Foto: Stadt Herten (1973)


Heute hat Herten mit den Ortsteilen Westerholt und Bertlich eine Flächengröße von 37,31 Quadratkilometern und zählte zum Stichtag 31. Dezember 2000 genau 67.191 Einwohner.

Scherlebeck

Der Name Scherlebeck taucht erstmals 1199 im Güteverzeichnis des Grafen Heinrich von Dale auf, als "curia Scredelbeke" - "Scredel" kommt von dem altdeutschen "Scart" und bedeutet Grenze, "Beke" kommt aus dem Mittelniederdeutschen und bedeutet soviel wie Bach. Scherlebeck heißt demnach soviel wie "Siedlung am Grenzbach". Ackerbau und Viehzucht prägten das Bild der Landschaft und die Wälder wiesen einen beachtlichen Wildbestand auf. Im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts wurde der Ort Scherlebeck aus seinem friedlichen Dasein geweckt. Die Bergwerksgesellschaft " Hibernia" in Herne erwarb 1898 auf Betreiben des Bergrates "Behrens" die Zeche "Schlägel & Eisen" in Disteln mit den in Scherlebeck liegenden Grubenfeldern "Deutscher Kronprinz" und Reichskanzler". Am Todestag des Altreichskanzlers Bismark wurde der erste Spatenstich zum Schacht 5 getan, dem der Schacht 6 folgte. Mit dem Zechenbau begann die Ansiedlung der Arbeiter, die aus allen Teilen des Reiches ins Ruhrgebiet strömen. Die ersten Vierfamilienhäuser für die Bergleute wurden an der Polsumer-, Schlägel U. Eisen- und Margenboomstr. gebaut. In den Jahren 1899/1900 ließ Bergrat Behrens die Arbeitersiedlung "Gertrudenau" mit rund 100 Vierfamilienhäusern bauen. Behrens, der die Namen seiner Gattin und seiner Kinder in den Straßennamen verewigte, trieb die Bautätigkeit weiter voran. An der Südwest - Seite der Kolonie legte man einen Park an. Dieser wurde eingezäunt und abends abgeschlossen. Ein Pavillon wurde errichtet und mehrere Blumenbeete gepflanzt. Sonntagmittag fanden dort die Konzerte der Bergkapelle statt. Jahrzehntelang wurde das Stadtbild Scherlebecks von der Zeche "Schlägel & Eisen geprägt.

Zeche Scherlebeck - Historische Daten

 

1898 Der erste Spatenstich zum Schacht V der Zeche Schlägel & Eisen wurde am 01. August 1898 getätigt.
1899 Die Teufarbeiten* zum Schacht VI begannen am 16. Januar 1899.
1903 Für die Bewohner der Kolonie Gertrudenau wurden zwei Kleinkinderbewahrschulen eingerichtet. An die Mitglieder des Konsumvereins wurden 9% Dividende ausgeteilt.
Der südliche Hauptquerschlag auf der 472 m Sohle wurde um 217 m angefahren.
Die selbständige evgl. Kirchengemeinde Scherlebeck wurde errichtet, diese umfasste die Ortschaften Disteln, Backum, Scherlebeck und Langenbochum.
1904 Die gewonnenen Kohlen werden durch die beiden Fördermaschinen des Schachtes V und die Reservefördereinrichtung des Schachtes VI zu Tage gefördert.
1907 Im Kohlenbergbau war ein Höhepunkt zu erkennen, die Nachfrage nach Brennstoffen war kaum zu befriedigen. Es herrscht großer Arbeitermangel.
1908 Jahr des geschäftlichen Niederganges. In den ersten 10 Jahren der Musteranlage V/VI hatte sich dank der regen Bautätigkeit der Bauabteilung und der vortrefflichen Einrichtungen ein neuer, besonders leistungsfähiger Beamten- und Arbeiterstamm angesiedelt.
1914 Am 1. August 1914 begann der erste Weltkrieg.
1920 Der Spartakistenaufstand hat große Unruhen auch im Ruhrgebiet zur Folge, von denen Scherlebeck jedoch weitestgehend verschont geblieben ist.
1923 Die Gesamtwettermenge betrug 4.782 m3/Min.
1924 Die südliche Hauptförderung wurde von der II. zur III. Sohle verlegt und die nördliche Hauptförderung zu einer Koepeförderung** umgebaut; mit dieser wurde dann die Förderung von der IV. Sohle aufgenommen. Vom 06. Mai bis Anfang Juni wurde gestreikt.
1928 Das Jahr 1928 stand ganz im Zeichen der Weltkohlekrise. Auf Schlägel & Eisen ist die Außerbetriebsetzung der Anlage V/VI vorgesehen.
1929 Am 01. April erfolgte die planmäßige Stillegung der Schachtanlage V/VI.
1931 Auf Schacht V/VI wurde am 01.10. Die Seilfahrt gestundet.
1933 Auf der Anlage V/VI wurde eine Vorlehre für 30 Jungen eingerichtet und das alte Magazingebäude zu einer Turnhalle umgebaut.
1987 Die Zechengebäude der Anlage V/VI werden unter Denkmalschutz gestellt.
1991 Es werden Landesmittel für den Erwerb und Umbau der Zechengebäude bewilligt.
1993-1996 Ausbau der ehemaligen Bergberufsschule zu einem vier Gruppen-Kindergarten und zu einer Altentagesstätte (Träger AWO).
1998 Beginn des Ausbaus der Maschinenhalle und des Werkstattgebäudes zu einem Soziokulturellem Zentrum (Stadtteiltreff, Vereinsnutzungen, Vermietung, Betrieb eines kleinen Bergbaumuseums durch den Förderverein Maschinenhaus Scherlebeck Schacht 5 e.V.)
1999 Einzug der FAA Gesellschaft für berufliche Bildung Gelsenkirchen MbH mit den Bereichen Haushaltswirtschaft und Floristik in das ehemalige Werkstattgebäude.
2001 Offizielle Eröffnung der Zeche Scherlebeck ( ehem. Schlägel & Eisen Schacht V/VI)

*   die Teufe =Bergmannssprache für die Tiefe
** Fördermethode mit einer angetriebenen Scheibe, die nur durch die Seilreibung die Förderseile bewegt. Erfindung durch Friedrich Koepe 1877.

 

Als zu beginn des 20. Jahrhundert die Schächte getauft wurden entstanden auch die Fußballvereine.  So fanden sich in Scherlebeck im Jahre 1908 sportbegeisterte Menschen zusammen, 

 
  FC Westfalia Scherlebeck 08/88  
  die den Fußballverein Westfalia 08 gründeten. Die Initiatoren waren zum größten Teil Seminaristen und Oberrealschüler. Damals spielte der Verein noch „wild“, d.h. der Verein gehörte keinem Verband und keiner sonstigen Sportorganisation an. Als Sportplatz diente das vor der Kochschule gelegene Gelände in einem herrlichen Buchenbusch.   
  Fußballspielen war damals verpönt. An der Oberrealschule in Recklinghausen war das Fußballspielen sogar verboten. Unser Dank gilt jenen Idealisten und Gründern! Es folgte der 1. Weltkrieg, in dessen Verlauf bis zum Jahre 1916 der Spielbetrieb eingestellt wurde. Im Jahre 1919 war es dann wieder soweit. Ein aufopferungsvoller Vorstand fand sich und sorgte für die Geschäftsabwicklung. Jahre hindurch wirkte Eduard Wilimzig als 1. Vorsitzender, eifrig unterstützt durch den 2. Vorsitzenden Romanus Köhn. Nicht zu vergessen ist der Geschäftsführer Steiger Wilhelm Hansberg und viel Kleinarbeit leistete der Kassierer Josef Urbaniak.  
  Die Aufnahme in den Emscher-Lippe-Verband wurde vorgenommen. Eine starke Mannschaft wurde Meister der C-Klasse und zwei Aufstiegsspiele führten gleich in die A-Klasse. Auch hier wurde durch imponierende Siege die Meisterschaft errungen und die Mannschaft hatte die höchste Klasse, die Gauliga, erreicht. Gespielt wurde an der Villa Brinkmann in Langenbochum.   
  Die Begeisterung der Anhänger kannte keine Grenzen. So zog es sie Sonntags in Scharen 
zum Sportplatz.
 
   
 

Es kamen Vereine wie Münster 08, Borussia Rheine, Osnabrück und Arminia Bielefeld zu uns. Die „Schwarzen Husaren“, wie unsere Mannschaft jetzt genannt wurde war über die Landesgrenzen hinaus bekannt und gefürchtet zugleich. Zehn Jahre gehörte man dieser Klasse an. Danach wurde es ein bisschen ruhiger um unsere ruhmreiche Westfalia. 

 
     
  Laut Protokollbuch wurden noch geschlossene Silvesterfeiern abgehalten sowie Fastnachtsfeiern in Form eines Preismaskenballs. Die Liga-Reserve musste die Hälfte der Fahrtkosten zu den Spielen aus eigener Tasche bezahlen.  
  Inzwischen wurde auf den Jahnplatz gespielt. Schäden an der Einfriedung des Platzes wurden festgestellt und der Ermittler der Täter bekam eine Belohnung in Form einer Jahreskarte. Einmaliges unentschuldigtes Fehlen der Mitglieder zur Monatsversammlung wurde mit 0,10 Reichsmark bestraft. Dass die Kluft selbst gewaschen wurde war Selbstverständlichkeit. Am 05.01.1936 wurde die Handballabteilung integriert. 1937 wurde die Boxabteilung gegründet.Dann brach der 2. Weltkrieg aus , der Spielbetrieb wurde aber aufrecht erhalten bis Kriegsende 1945. nach Kriegsende wurde eine neue Gruppeneinteilung vorgenommen. Man musste sich für die Bezirksklasse qualifizieren. Dieses gelang auch und zwar auf der Viktoria Kampfbahn ( heute steht dort das Knappschaftskrankenhaus ) mir einem 3:2 Sieg.  
   
  Nachdem man sich gute Tabellenplätze in den kommenden Jahren verschafft und weiterhin jeden Montag in der Sportpresse von den „Schwarzen Husaren“ sprach, konnte man es doch nicht verhindern, dass nach Abgängen einiger Spieler ins Vertragslager der Abstieg im Spieljahr 1953/54 perfekt war. Im entscheidendem Spiel gegen Preußen Hochlarmark führte man noch zur Halbzeit 2:0, so musste man sich trotzdem mit 5:2 beugen.   
   
  Aber die Jugend rückte nach. Dank hervorragender Jugendbetreuer wie Johann Dauer, Johann Nagerski und Hannes Hartje war es der Westfalia wieder vergönnt, pünktlich zum 50. Vereinsjubiläum in die Bezirksklasse aufzusteigen. In dieser Sportwoche wurde die Vertragsmannschaft der Spvgg. Herten mit 1:0 bespielt. Im Spieljahr 1963/64 gelang der Mannschaft der langersehnte Aufstieg in die Landesliga. Leider war die Freude nach zwei weiteren Spieljahren wieder vorbei und man wurde durchgereicht bis in die Kreisliga A. aber bereits im Spieljahr 1968/69 wurde man Tabellenerster nach einem 4:0 Sieg bei der Spvgg. Herten II.   
  In Ausscheidungsspielen musste man sich für die Bezirksliga qualifizieren. Erleichterung nach dem Spiel gegen Westfalia Gemen 2:1 am 09.07.1968 vor 1.000 Zuschauern auf dem Jahnsportplatz mit folgenden Spielern: Bittern, Sickelmann, Recker, Prominski, Krieger, Drozniak, P. Rühl, Gribowski, Pawlowski, G. Rühl, Kalwicki, Godzina und Radtke.   
                                                         
 

Nach einem Jahr war Schluss mit der Ära Bezirksliga bis heute. Man rutsche in den 80er-Jahren zurück bis in die Kreisliga B. Schaffte 1990 noch einmal den Aufstieg in die Kreisliga A, aber sportlich gesehen ging es dann wieder bergab. Nach drei Vizemeisterschaften ist es uns nicht mehr gelungen weiterzukommen. 1994 fehlten nur noch Sekunden um Meister zu werden, aber in der 90. Minute verloren wir das Heimspiel gegen SV Westerholt mit1:2.

 

 

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