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Pflege! Haut und Fell Richtige und regelmäßige Fellpflege ist mehrfach nützlich: Totes Haar, Schmutz, Kletten, Grannen, aber auch Ungeziefer werden entdeckt und entfernt. Beim Bürsten wird die Haut durchblutet und gleichzeitig wird das Haarwachstum gefördert. Wenn Hunde im Frühjahr und im Herbst stark haaren, braucht man sich keine Sorgen zu machen, weil dieser Fellwechsel normal ist. Er dauert 43-54 Tage. Wohnungshunde können durch trockene und gleichmäßige Wärme auch das ganze Jahr mehr oder weniger haaren. Bei übermäßig viel Schuppen kann eine "Seborrhöe" vorliegen. Es können z.B. Stoffwechsel oder Hormonstörungen, Leber oder Nierenerkrankungen die Ursache sein. Es sollte ein Tierarzt konsultiert und mit Absprache dessen, die Schuppen mit Spezialshampoos behandelt werden. Bei Fellproblemen besteht immer die Möglichkeit einer massiven Stoffwechselstörung. So kann eine unzureichende Ernährung zu einem stumpfen, trockenen, vor allem brüchigen Haarkleid führen. Baden braucht man einen gesunden Hund kaum. Hat er sich aber in übel riechenden Dreck oder Schlamm gewälzt, sollte man ein rückfettendes Spezial-Hundeshampoo verwenden, damit der natürliche Fettmantel der Haut nicht zerstört wird. Die Wassertemperatur sollte etwa bei 30 Grad Celsius liegen. Bei leichter Verschmutzung kann auch ein Hundetrockenshampoo benutzt werden. Pfoten und Krallen Im Winter greift Salz die Fußballen an und muss sofort abgewaschen werden, anschließend wird Ballenbalsam aufgetragen. Besonders langhaarige Hunde leiden, wenn sich Eisklumpen zwischen den Zehen festgesetzt haben. Mit lauwarmen Wasser werden die Klumpen langsam aufgetaut und entfernt. Am besten schneidet man die langen Haare an den Pfoten regelmäßig ab. Durch verklebte Haare zwischen den Ballen ( Teer, Steinchen usw.. ) kommt es zu den gefürchteten Zehenzwischenekzemen. Hat der Hund genug Bewegung auf unterschiedlichen Untergründen, so laufen sich die Krallen von selbst ab. Ragen sie über den Zehenballen hinaus, so müssen sie gekürzt werden. Dies gilt besonders für die Daumenkrallen an den Vorderpfoten und die Wolfskrallen an den Hinterpfoten, die keinen Bodenkontakt haben. Am besten schneidet man die Krallen nach dem Baden mit einer Krallenzange ab, dann ist das Horn weicher. Der Schnitt darf nicht zu hoch gesetzt werden, weil sonst das Blutgefäß geschädigt werden kann. Dunkle Krallen feilt man besser auf die gewünschte Länge. After und Analdrüsen Wenn der Kot zu dünn ist, kann es bei Langhaarigen Hunden zur Verschmutzung der Afterregion kommen. Um eine Verklumpung zu vermeiden, ist der After mit warmen Wasser zu säubern. Wenn der Hund auf dem Hinterteil herumrutscht und ein fauliger Geruch zu bemerken ist, neigt er zu verstopften Analbeuteln. Dies sind Drüsen beiderseits des Afters, die normalerweise beim Kotabsatz entleert werden. Sind sie verstopft, muss man sie regelmäßig ausdrücken. Waschen Sie sich danach gründlich die Hände, um eine Wurmübertragung zu vermeiden. Augen Stets tränende Augen sind immer verdächtig, ebenso zäher, gelbgrüner Ausfluss. Beim gesunden Hund ist die Bindehaut weder geschwollen noch gerötet. Hier reicht es völlig aus, wenn man das Auge jeden Morgen, nachdem man die Verkrustungen aufgeweicht hat, mit einen Augenpflegemittel vorsichtig von innen nach außen auswischt. Ohren Ohrenschmalz wird vorsichtig mit einem weichen Tuch, dass mit einem Ohrenpflegemittel befeuchtet wurde entfernt ( keine Ohrenstäbchen- Verletzungsgefahr!). Bei langhaarigen Hunden mit Schlappohren kann es nötig werden, einmal monatlich vorsichtig die Haare am Eingang des Gehörganges auszuzupfen, damit genügend Luft ins Ohrinnere gelangen kann. Sollten Sie bei der täglichen Kontrolle starke Rötungen, Ausfluss, Geruch oder borkige Stellen feststellen oder beobachten, dass sich der Hund häufig hinter den Ohren kratzt, den Kopf schüttelt oder schief hält oder beim Ohrenkraulen Schmerzenslaute ausstößt, ist ein Besuch beim Tierarzt angesagt. Zähne Die Milchzähne müssen bei Junghunden spätestens nach dem sechsten Lebensmonat ausgefallen sein um den bleibenden Zähnen richtig Platz zu machen, andernfalls muss der Tierarzt nachhelfen. Zur Gebisspflege eignen sich z.B. hart gebackene Hundekuchen, Kauknochen aus Büffelhaut sowie spezielle Hundefutter die durch Reibung der Futterbrocken die Zähne säubern. Zahnpasta trägt man am besten mit einem Bürstenfingerling auf. Liegt der Hund beim Putzen auf der Seite, hat man besseren Zugang zu den Backenzähnen. Verhalten bei Hitze Das Futter nicht wie gewohnt in einer oder zwei, sondern in mehreren Mini-Portionen hinstellen. das schont den Kreislauf des Tieres. Außerdem bleiben keine Reste übrig, die bei Wärme leicht verderben können. Schüssel mit frischem Wasser bereitstellen, mehrmals täglich das Wasser erneuern. Es darf aber nicht eiskalt sein. Rundgänge mit dem Hund möglichst auf die kühlen Morgen - und Abendstunden verlegen. Wenn Ihr Hund statt eines ausgedehnten Spaziergangs lieber an einem schattigen Plätzchen ruhen will, lassen Sie ihn! Bei Hitze sollten Sie Ihren Hund auf keinen Fall am Fahrrad mitlaufen lassen. Das Hunde im Auto nur für ein paar Minuten, bei geöffneten Fenster und im Schatten verbringen sollen versteht sich von selbst. Möchten Sie Ihren Vierbeiner etwas gutes tun, dann spendieren Sie ihm eine kleine Sandkiste im Garten. Den Sand anfeuchten - darin buddelt sich Ihr Hund liebend gern bei Hitze ein.
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Bereich Haltung und Pflege
Bevor die ersten Zecken kommen |
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Zecken sind nicht nur ein hygienisches Problem, sondern auch gefährlich, da durch sie Krankheiten übertragen werden können. Durch den Zeckenbiß werden mit dem Speichel die spezifischen Krankheitserreger auf das betroffene Wirtstier übertragen. Auch entstehen häufig an der Injektionsstelle lokale Infektionen. Vorsichtiges Entfernen von Kopf und Rumpf durch ein vorsichtiges Drehen; am besten mit einer Pinzette. Quetschungen des Zeckenkörpers sind zu vermeiden! Im Gegensatz zum Flohbefall, der ganzjährig erfolgen kann, kommt es zum Zeckenbefall hauptsächlich von März bis Juni und dann wieder von September bis Oktober. In trockenen Sommermonaten sind Zecken weniger aktiv. Optimale Umweltbedingungen sind 17 bis 20 Grad Celsius Umgebungstemperatur und 80 bis 95% Luftfeuchtigkeit. Zecken leben im Gestrüpp unserer Wälder und je nach Entwicklungsstadium in unterschiedlichen Höhen. In Deutschland heimisch ist Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock. Diese Zeckenart kommt mit Abstand am meisten in Deutschland vor. Durch Hundetourismus aus Südeuropa eingeschleppt, und in einigen Regionen Deutschlands schon heimisch, ist Rhipicephalus sanguineus , die braune Hundezecke. Diese Zecke kann sich allerdings in unseren Breitengraden nur in Wohnungen vermehren. Sie befällt nicht Katzen oder den Menschen, sondern nur den Hund. Entwicklungszyklus der Zecken: Die Zecken haben, wie auch die Flöhe, mehrere Entwicklungsstufen. Allerdings machen sie keine Puppenruhe durch (hemimetabole Insekten); es finden sich folgende Entwicklungsstadien: Eier – Larve – Nymphe – adulte Zecke. Die vollgesogenen Weibchen legen unter Steinen und Pflanzen ihre Eier ab; danach sterben sie. Nach ca. 3 bis 5 Wochen schlüpfen die 6-beinigen Larven. Diese haben ein spinnenähnliches Aussehen und sind ca. 1 mm groß. Nach ca. 5-7 Wochen häuten sich die Larven zur 8-beinigen Nymphe und nach wiederum 10 bis 18 Wochen häutet sich die Nymphe zur erwachsenen (adulten) Zecke. ![]() Vollgesaugtes Zeckenweibchen Jedes Entwicklungsstadium muß Blut saugen, bevor es sich zum nächsten Stadium häutet. Je nachdem, ob jedes Entwicklungsstadium ein neues Opfer befällt, Blut saugt und sich anschließend wieder fallen läßt, oder ob die gesamte Entwicklung auf einem Wirt stattfindet, unterscheidet man ein- und dreiwirtige Zecken. Ixodes ricinus ist dreiwirtig, also befällt jedes Entwicklungsstadium der Zecken ein neues “Opfer”. Die Larve befällt meist kleine Säugetiere (z. B. Nagetiere), die Nymphe etwas größere Säugetiere, wie z. B. Vögel oder Eichhörnchen, aber auch häufig Kinder und unsere Haustiere. Die adulte Zecke von Ixodes ricinus befällt sowohl Hunde, Katzen, Rinder, Schafe und andere Wild- und Haustiere als auch den Menschen. Bei Rhipicephalus sanguineus handelt es sich ebenfalls um eine dreiwirtige Zecke. Allerdings befällt diese Zecke ausschließlich den Hund. Die Entwicklung des Holzbockes kann innerhalb ein paar Monaten vonstatten gehen. Meist dauert sie aber 2 bis 3 Jahre, da nicht immer ein geeigneter Wirt zur Verfügung steht. Die Entwicklung von Rhipicephalus sanguineus verläuft dagegen im allgemeinen schneller, da diese Zeckenart nur auf eine Spezies angewiesen ist. Erwachsene Zecken kann man morphologisch gut an der Beinstellung unterscheiden. Bei Ixodes ricinus ragen die Beine am Kopfbereich vorne heraus, wohingegen bei Rhipicephalus sanguineus die Beine seitlich herausragen. Auch verankert sich Rhipicephalus sanguineus nicht so stark in der Haut, so daß diese Zeckenart leichter zu entfernen ist. Krankheiten durch Zecken: Bei den Krankheiten, die durch Zecken über-tragen werden, spielt in unseren Breitengraden besonders die Borreliose (Lyme Disease) und die FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) eine Rolle. Borreliose: Die Borreliose, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht und durch den Holzbock übertragen wird, stellt insofern ein Problem dar, da sie häufig nicht erkannt wird. Neben allgemeinen unspezifischen Symptomen, wie gestörtes Allgemeinbefinden, Anorexie und Fieber, werden besonders Gelenksentzündungen und wechselnde Lahmheiten beobachtet. Der Krankheitsverlauf entwickelt sich oft erst nach Monaten, so daß der Zusammenhang zwischen dem Zeckenbiss und den Symptomen leicht übersehen wird. Frühzeitig diagnostiziert läßt sich die Borreliose mit Antibiotika gut bekämpfen. FSME: Die Frühsommermeningoenzephalitis wird durch ein Virus (Flavovirus) ausgelöst, das auch durch den Holzbock übertragen wird. Diese Krankheit tritt nur in bestimmten Gebieten Deutschlands auf (Süddeutschland). Neben Bewußtseinsbeeinträchtigungen findet man bei dieser Krankheit meist neurologische Symptome und i. d. R. Fieber. Zur Vorbeugung steht beim Menschen eine Schutzimpfung zur Verfügung, den Hund kann man nur durch eine Zeckenprophylaxe schützen. Zeckenprophylaxe: Das Ziel bei einem Schutz vor Zecken sollte eine Zeckenprophylaxe sein, so daß die Zecken abgetötet werden, bevor sie sich fest-beißen und Blut saugen. Nur so kann eine Übertragung von Krankheitserregern ausgeschlossen werden. Nur Substanzen, die als Repellent wirken, können den Biß der Zecke verhindern. Sie halten die Parasiten von der Haut fern, gleichzeitig nehmen die Parasiten aber durch ihre Fluchtversuche genug chemische Substanz auf, so daß sie abgetötet werden. Diese Repellenteigenschaft besitzt z. B. der Wirkstoff Permethrin. Permethrin wird in der wissenschaftlichen Fachliteratur als sehr gut verträglich beschrieben. Den Wirkstoff Permethrin gibt es in mehreren Formulierungen, wie Halsbänder, Puder, Shampoos und auch als spot-on Präparat (z. B. EXspot®). Als besonders praktisch haben sich die spot-on Präparate bewiesen. Dies sind Lösungen, welche in kleinen Ampullen verpackt sind und direkt punktuell auf die Haut aufgetragen werden. Bei dem spot-on Präparat EXspot® (nur für Hunde) verteilt sich die Substanz über die Hautoberfläche innerhalb von 24 h und wird dann in den oberen Hautschichten eingelagert. Die Wirkungsdauer beträgt 4 Wochen, da das Präparat mit der Zeit durch die natürliche Hautschuppung abgestoßen wird. Der Hund kann unbedenklich gestreichelt werden. Regen, aber auch gelegentliches Baden beeinträchtigt die Wirkung nicht. ![]() Eine saugende Zecke wurde mit der Zeckenzange korrekt entfernt; Kopf und Beißwerkzeuge der Zecke sind intakt. Falls sich doch eine Zecke festgebissen hat, sollte diese unter “Streßvermeidung” möglichst schnell und schonend entfernt werden, da es sonst zu einer verstärkten Übertragung der Krankheitserreger kommen kann. Die Krankheitserreger befinden sich unter anderem in den Speicheldrüsen im Hinterleib. Eine Quetschung des Zeckenkörpers sollte daher vermieden werden. Am besten wird die Zecke unter einer leichten Drehbewegung mit einer Pinzette entfernt. Ein Betäuben der Zecke mit Öl, Klebstoff oder sonstigen “Hilfsstoffen” sollte tunlichst vermieden werden. Falls der Zeckenkopf in der Haut verbleibt, so wächst dieser meist nach einer gewissen Zeit heraus. Er kann sich aber auch abkapseln und bleibt so als kleines Knötchen zurück. Wenn eine Entzündung entsteht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Zecken stellen ein nicht unerhebliches Risiko für Ihren Hund dar. Eine Prophylaxe gegen Zeckenbefall ist einfach möglich - der verantwortungsvolle Hundehalter schützt daher seinen Vierbeiner regelmäßig mit modernen spot-on Präparaten wie z. B. EXspot®. Fotos: PixelQuelle Autor: Dr. med. vet. Martin Pauli, Waldkirchen |
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Bereich Haltung und Pflege
Die Auwaldzecke- neue Zeckenart auch bei uns auf dem Vormarsch |
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Veterinärmediziner empfehlen: Hunde rechtzeitig vor Zeckenbefall zu schützen! Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) heißt die neue Zeckenart, die sich in Berlin-Brandenburg ausbreitet und beim Hund eine gefährliche Erkrankung, die BABESIOSE, überträgt. Sie ist in Ungarn, Österreich und Südpolen zu Hause und bevorzugt als Lebensraum feuchtere Gebiete wie Auwälder und Moore. In Deutschland trat die Auwaldzecke bislang hauptsächlich am Oberrhein, im Saarland und Rheinland-Pfalz auf. Auch in den feuchten Gefilden der Elbe, in der Region bei Torgau in Sachsen, war ein kleiner Naturherd von dieser Zecke zu finden. In den letzten Jahren hat sich die Auwaldzecke stark vermehrt und von der Elbe aus über den Fläming bis nach Berlin ausgebreitet. Über den Grund spekulieren die Veterinärmediziner: Sie machen das immer wärmer werdende Klima dafür verantwortlich, glauben aber auch, dass sich die Lebensbedingungen für diese Zeckenart im allgemeinen verbessert haben. Besonders die Anzahl der Wirtstiere, an denen die Zecken Blut saugen, ist deutlich gestiegen. „Wir wollen die Hundehalter nicht verunsichern, sondern sie sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, dass eine frühzeitige Prophylaxe gegen Zecken einen guten Schutz bieten kann“, sagt Prof. Dr. Eberhard Schein, Parasitologe an der Freien Universität Berlin. Zeckenhalsbänder, Spot-on-Präparate und Shampoos, die mit speziellen Wirkstoffen versehen sind, verhindern weitgehend das Risiko eines Zeckenbefalls. ![]() Auwaldzecken (auch Dermacentor reticulatur oder Buntzecke) sind größer und bunter als andere Arten. Hier eine ausgewachsene, weibliche Zecke. Die Auwaldzecke ist größer und bunter als andere Zeckenarten. Nüchtern ist sie etwa fünf, vollgesogen mit Blut bis zu 12 Millimeter groß. Ein weißer Schild mit dunklen Flecken bedeckt beim Weibchen den vorderen Teil des Rückens, bei der männlichen Auwaldzecke den ganzen Rücken. Die erwachsene Auwaldzecke befällt große Haustiere, wie zum Beispiel Hunde und Pferde, aber auch Wildsäugetiere wie Rehe, Wildschweine und Füchse. Die Larven und Nymphen dieser Zeckenart saugen vorwiegend Blut an Waldmäusen und anderen Nagern. Die Erreger der Babesiose, die mit dem Stich der Auwaldzecke übertragen werden können, befallen und zerstören die roten Blutkörper- chen der Hunde; die Erkrankung ist vergleichbar mit der menschlichen Malaria. Bisher sind etwa zwanzig bis dreißig Hunde jedes Jahr in Berlin an der Babesiose erkrankt. Die Infektion erfolgte aber in der Regel in Frankreich oder Ungarn und galt als Reisekrankheit. Jetzt haben die Tierärzte den ersten Babesiosefall bei einem Hund nachweisen können, der Brandenburg nicht verlassen und sich offensichtlich hier durch einen Zeckenbiss von Dermacentor reticulatus infiziert hat. „In der Regel sterben die Hunde, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird“, sagt Eberhard Schein. ![]() Es ist wichtig, rechtzeitig mit Zeckenhalsband oder anderen speziellen Präparaten, gegen einen Zeckenbefall vorzubeugen. "In der Regel sterben die Hunde, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird", sagte der FU-Parasitologe Prof.Dr.Eberhard Schein. Die Erkrankung beginnt oft eine Woche nach dem Zeckenstich mit hohem Fieber. Die Tierärzte behandeln das Fieber meistens mit Antibiotika, das jedoch die Krankheitserreger nicht abtötet. Erst wenn durch die zerstörten roten Blutkörperchen der Blutfarbstoff, das Hämoglobin, mit dem Harn ausgeschieden wird und der Harn sich dunkel färbt, erkennen die Ärzte die Babesiose. „ Wenn ein massiver Befall der roten Blutkörperchen bereits erfolgt ist, ist es schwierig, den Hund noch zu retten“, erklärt der Tierarzt. „Das Problem ist, dass es in Deutschland keine Medikamente gegen die Babesiose gibt. Die behandelnden Tierärzte müssen sich die Arznei über eine internationale Apotheke besorgen, und bis das Medikament zur Verfügung steht, kann es oft schon zu spät sein.“ Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof.Dr.Eberhard Schein, Institut für Parasitologie und Internationale Tiergesundheit der Freien Universität Berlin. E-Mail: schein@vetmed.fu-berlin.de - sowie Telefon: 030/838-62310 Autor: Text - Ilka Seer; Bilder - Prof.Dr.E.Schein |
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Bereich Haltung und Pflege
Neues von der Flohfront |
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Nicht nur im Sommer, sondern auch an warmen Herbst- und Wintertagen, ist es wieder ein Thema: Der Befall unserer Hunde mit Flöhen. Sie sind nicht nur ein hygienisches Problem, sondern es werden durch diese Parasiten auch Krankheiten übertragen. Die Probleme, die mit Flohbefall einhergehen, sind im allgemeinen bekannt. Nicht nur, daß die Tiere von Juckreiz geplagt werden und es bei Massenbefall zu Ekzemen, Abmagerung und Blutarmut (Anämie) kommen kann, es können durchaus auch allergische Reaktionen auf den Flohspeichel auftreten. Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, daß Flöhe die Zwischenwirte für Bandwürmer sind. Biologie und Entwicklungszyklus Flöhe gehören biologisch zu den holometabolen Insekten, d. h. daß die Entwicklung mit einem Puppenstadium, wie z.B. auch bei den Schmetterlingen, einhergeht. Die Entwicklung der Flöhe geht in der Umgebung des Hundes, also in den Wohnungen, vonstatten. Nur 5 % der gesamten Flohpopulation stellen die erwachsenen (adulten) Flöhe dar. Die restlichen 95 % der Flohpopulation bestehen aus Eiern, Larven und Puppen. Der Floh macht in seiner Entwicklung insgesamt 3 Stadien durch. Flöhe sind ausgesprochen vermehrungsfreudig. Das Flohweibchen legt pro Tag ca. 50 Eier, und das 4 - 6 Wochen lang. Optimale Umweltbedingungen für eine rasche Fortpflanzung sind bei einer Temperatur von 20 - 23°C und einer Luftfeuchtigkeit von 50 - 90 % gegeben. Flöhe pflanzen sich also auch im Winter in geheizten Räumen fort. ![]() Der Entwicklungszyklus des Flohs; Nur die adulten Flöhe findet man auf dem Tier. Die Entwicklung an sich verläuft in der Umgebung. Flöhe besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge und nehmen eine weit größere Menge Blut auf, als sie eigentlich benötigen. In 20 bis 150 Minuten am Tag saugen die Flöhe das 10 bis 20fache ihrer Körpergröße. Durch die Aufnahme dieser großen Mengen Blut ist der Magen-Darm-Trakt vollkommen überlastet, so daß schon während des Saugaktes unverdautes Blut wieder ausgeschieden wird. Daher findet man bei einem Flohbefall häufig die typischen, bräunlichen “Flohkot-Würstchen” im Fell des Tieres. Aus den Eiern schlüpft nach 1 - 10 Tagen eine augenlose, beborstete Larve, welche sich von organischem Material (z. B. Hautschuppen) und besonders dem Flohkot - dieser enthält zu 95 % unverdautes Blut - ernährt. Larven sind sehr lichtscheu, leben tagsüber in Ritzen oder auf dem Grund des Teppichbodens. Die Larve häutet sich drei-mal, wobei die dritte Larve einen losen Kokon spinnt, in welchem dann die Larve die Puppenruhe durchmacht. Unter optimalen Bedingungen schlüpft nach 5 - 9 Tagen der erwachsene Floh. Die Puppenruhe kann aber auch Monate dauern. Der Schlupf erfolgt, wenn über Chemorezeptoren die Anwesenheit eines potentiellen Wirtes gemeldet wird. Der geschlüpfte Floh saugt sofort Blut, ist nach einem Tag geschlechtsreif und nach einem weiteren Tag beginnt die Eiablage. Die kürzeste Entwicklungszeit beträgt bei günstiger Ernährung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit beim Katzenfloh (Ctenocephalides felis) 11 Tage, beim Hundefloh (Ctenocephalides canis) 18 Tage. Der Katzenfloh ist die häufigste Flohart sowohl bei der Katze als auch beim Hund! Durch diese rasante Entwicklung kann aus einem einzelnen Floh leicht die Bevölkerungsdichte einer Millionenstadt entstehen. ![]() Eine durch Flöhe verursachte Hautentzündung (Ekzem; Hotspot). Krankheitssymptome durch Flöhe Leidet der Hund unter einer Flohspeichelallergie genügt schon ein einziger Flohstich, um die Allergie auszulösen. Bei der Flohspeichelallergie ist nicht der Flohspeichel an sich das auslösende Allergen, vielmehr verbindet sich der Flohspeichel mit dem Kollagen der Haut, wodurch die Symtomatik ausgelöst wird. Bei der Flohspeichelallergie f indet man sehr charakteristische Krusten im Rücken- und Kruppenbereich (sogenannte papulokrustöse Dermatitis). Da gleichzeitig ein intensiver Juckreiz vorliegt, wird durch das Kratzen nicht selten eine eitrige Hautentzündung (Pyodermie) ausgelöst. Auch kann es zum Haarausfall kommen. Flöhe stellen für die Bandwürmer sogenannte Zwischenwirte dar. Im Endeffekt nimmt der Hund die Bandwürmer durch das Zerbeißen der Flöhe auf. Die Bandwurmlarve wird abgeschluckt und entwickelt sich im Darm des Hundes zum erwachsenen Wurm. Daher sollte ein Hund der Flöhe hat auch immer mit entwurmt werden. Hierbei stellt der Wirkstoff Praziquantel das Mittel der Wahl dar. Praziquantel gibt es in Tablettenform sowohl als Monopräparat, als auch in Kombination mit einem Wirkstoff gegen Rundwürmer beim Tierarzt. ![]() Abbildung: Flohkot - und Floheier Flohkot (besteht zu 95 % aus unverdautem Blut) - porzellanartige Floheier 0,3 - 0,5 mm groß. ![]() Bandwurmsegment (Bandwurm-proglottide) Lichtmikroskopische Aufnahme eines Bandwurmsegments (Bandwurm-proglottide). ![]() Hundekot mit Bandwurmproglottiden. Wie wird man Flöhe wieder los? Um eine erfolgreiche Bekämpfung der Flöhe zu erreichen, muß man alle Maßnahmen ergreifen, die Flöhe vom Wirt fernzuhalten. Neben der Bekämpfung der Flöhe auf dem Tier ist daher die wichtigste Maßnahme die Umgebungsbehandlung. Hierfür stehen verschiedene insektizide Sprays und Fogger (Vernebler) beim Tierarzt zur Verfügung. Ebenso entscheidend für den Therapieerfolg ist auch, daß alle weiteren im Haushalt lebenden Haustiere, auch wenn sie keine Anzeichen eines Flohbefalls zeigen, in den Therapieplan mit einbezogen werden. Bei der Bekämpfung der Flöhe auf dem Tier ist es wichtig, daß die Flöhe abgetötet werden bevor sie Blut saugen, damit die Gefahr einer Flohallergie vermindert wird. Eine Abtötung vorhandener Flöhe ohne daß diese Blut saugen müssen, können nur solche Substanzen bewirken, welche einen sogenannten Repellenteffekt aufweisen; d. h. die Fußorgane der Parasiten werden von der Substanz so stark gereizt, daß diese sich erst gar nicht festbeißen wollen und versuchen, aus den behandelten Bereichen zu fliehen. Da die Flöhe aber bei ihren Fluchtversuchen genug von der Wirksubstanz, die als Kontaktgift wirkt, aufnehmen, werden sie auch abgetötet. Eine derartige Repellentwirkung zeigen u. a. die Pyrethroide. Pyrethroide gibt es für Hunde in den unterschiedlichsten Handelsformen, wie in Halsbändern, Shampoos oder Spot-on Produkten. Bei Spot-on Produkten handelt es sich um kleine Ampullen, deren Inhalt direkt an bestimmten Stellen auf die Haut aufgetragen wird. Shampoos sind sehr gut dafür geeignet, einen sofortigen abtötenden Effekt zu erzielen, beispielsweise dann, wenn der Hund übersät mit Flöhen ist. Bei allen anderen Handelsformen vergeht immer eine gewisse Zeit, bis die volle Wirksamkeit vorhanden ist. Shampoos haben allerdings den großen Nachteil der kurzen Wirksamkeit. Außerdem ist es nicht immer ganz leicht, einen Hund zu baden. Halsbänder geben den Wirkstoff unter-schiedlich lange ab, haben den Nachteil, daß sie den Hund ständig einpudern, so daß sich der Wirkstoff auch ständig in der Wohnung befindet. Halsbänder sollten deshalb im allgemeinen nicht angewendet werden, wenn Säuglinge und Kleinkinder im Haushalt leben. Die pyrethroidhaltigen Spot-on Präparate für Hunde sind sehr einfach anzuwenden, indem sie nur direkt auf die Haut an einer bestimmten Stelle aufgetragen werden müssen. Die Wirkung hält einige Wochen an. Da die Substanz in den oberen Hautschichten verschwindet und nicht in den Hundekörper resorbiert wird, kommt es zu keiner Belastung des Hundeorganismus an sich. Die Toxizität ist sehr gering, so daß leere Behälter auch in Zeitungspapier eingewickelt über den Hausmüll entsorgt werden können. Auch kann ein behandelter Hund unbedenklich gestreichelt werden, selbstverständlich auch von Kindern. Anmerkung der Redaktion: Flohbekämpfung ist oft eine frustrierende Angelegenheit für den Besitzer, da Flohpräparate scheinbar oft nicht wirken. Fast immer liegt dies jedoch in der Biologie der Flöhe begründet. Da über 95 % der Flohpopulation sich in der Umgebung des Hundes aufhält, wird durch die Behandlung am Tier nur der kleinste Teil abgetötet und aus der Umgebung findet ein ständiger Wiederbefall statt. Flohbehandlung erfordert daher ein integriertes Behandlungskonzept, das zusätzlich auch die Abtötung der Floh-Umgebungspopulation mit einschließt. Hier ist die kompetente Beratung durch den Spezialisten, die Tierärztin oder den Tierarzt, gefragt. Weniger ist auch bekannt, daß bei jedem Flohbefall beim Hund automatisch eine Behandlung gegen Bandwürmer erfolgen sollte. Hier ist die Verabreichung von Präparaten mit dem Wirkstoff Praziquantel ein absolutes Muß. Praziquantel ist im Handel erhältlich als Monopräparat, z.B. Droncit® , oder man entwurmt gleich mit einem Kombinationspräparat, das zusätzlich auch gegen Rundwürmer wirkt (z.B. Drontal® plus oder Banminth® plus). Zur Behandlung der Flöhe am Hund sollte man auf jeden Fall zu modernen Tierarzneimitteln vom Tierarzt greifen. Hier hat man die Sicherheit, daß diese von der obersten Bundesbehörde auf Wirksamkeit und Sicherheit für Hund und Anwender geprüft sind und regelmäßig nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen weiterentwickelt werden. Sogenannte Spot-on-Präparate sind besonders praktikabel, da hier nur eine Flüssigkeit aufgeträufelt werden muß und sowohl eine Sofortwirkung gegen erwachsene Flöhe als auch eine vorbeugende Wirkung gegen Neubefall bis zu 4 Wochen gegeben ist. Ideal sind hier natürlich Präparate, die zusätzlich gegen Zecken wirken. Bei den im Handel verfügbaren Präparaten gibt es jedoch auch gravierende Unter-schiede. Hier gilt die goldene Erfahrungsregel “Was gegen die schwer zu bekämpfen-den Zecken (insbesondere den Holzbock) wirkt, tötet Flöhe schon lange!”. Außerdem ist es sehr wichtig, daß nicht nur festgebissene Zecken abgetötet werden, denn durch das Festbeißen können gefährliche Krankheiten wie z.B. die Borreliose übertragen werden. Der Hundehalter sollte daher beim Kauf eines Zecken- und Flohpräparates den Tierarzt fragen, ob es auch eine gute Reppellentwirkung hat, d.h. es schreckt die Plagegeister ab bevor sie zum Saugen oder Beißen kommen! In den letzten Jahren hat sich z. B. das Präparat EXspot® in Hundekreisen als besonders gut wirksam gegen Flöhe und Zecken herauskristallisiert. Zu Frontline® heißt es z.B. in dem renommierten Fachbuch “Praktikum der Hundeklinik”, daß Frontline® zwar die Zecken abtötet, “teilweise bleiben aber die Zecken in der Haut stecken.” Dies haben wir teilweise auch schon von Vereinskollegen gehört. Bei der Wahl eines geeigneten Mittels gegen Flöhe (und auch Zecken) sollte der Hundehalter diese Faktoren berücksichtigen und sich vom Tierarzt beraten lassen. Floh- und Zeckenbekämpfung ist angewandter Tierschutz. Gefährliche Erkrankungen werden so verhindert und wir können uns an der Gesundheit unserer lieben vierbeinigen Freunde freuen. Autor: Dr. Nikola Franz |
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Bereich Haltung und Pflege
Flöhe als Überträger von Krankheitserregern?Unterschätzte Gefahr für Hunde |
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Ist es möglich, daß Flöhe bei einem infizierten Tier Krankheitserreger mit dem Blut aufsaugen und diese beim nächsten Stich an ein anderes Tier abgeben? Wurde diese Gefahr bisher unterschätzt? Und wie kann man seinen Hund am besten schützen? Diesen Fragen widmet sich aktuell Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Leiter des Instituts für Parasitologie an der Heinrich-Heine Universität, Düsseldorf. Grundlage seiner Untersuchungen ist, daß sich im vorderen Bereich des Magens beim Floh das Prostomium befindet, ein Vormagen, in dem sich das aufgesogene Blut sammelt. Dieses Prostomium ist nur bedingt dehnbar. Wird es zu stark gefüllt, erbricht sich der Floh und würgt das enthaltene Blut wieder aus. Auf diese Weise können Flöhe bei einem infizierten Tier infiziertes Blut aufnehmen und Teile davon beim nächsten Saugakt an ein anderes Tier übertragen. Umso wichtiger ist es, einem Flohbefall mit zuverlässigen Anti-Floh-Präparaten vorzubeugen. Empfohlen wird hierfür der moderne Wirkstoff Imidacloprid (Advantage® bzw. Advocate®, Bayer), da dieser beim Floh innerhalb von 5 Minuten zu einer Lähmung des Kauapparates führt. Damit werden nicht nur der Stich, sondern auch das Erbrechen des Flohs und damit die mögliche Übertragung von Erregern unterbunden. Weiterhin untersucht Prof. Dr. Mehlhorn, ob auch über Flohkot Krankheitserreger übertragen werden können. Voraussetzung dafür ist lediglich, daß der Erreger im Floh von der Blutaufnahme bis zur Ausscheidung stabil bleibt, da er in einer Art “natürlichen Blutkultur” durch den Verdauungstrakt des Flohs transportiert wird, sind die Bedingungen hierfür ideal. ![]() In der Objektschale findet sich die Menge Kot, die 30 Flöhe beim Blutsaugen innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden haben. Der schnelle Weg des Blutes durch den Verdauungstrakt schafft gute Bedingungen dafür, daß Krankheitserreger, die mit dem Blut aufgesogen werden, im ausgeschiedenen Kot noch aktiv sind. Die Geschwindigkeit, mit der ein Erreger den Magen-Darm-Trakt des Flohs durchwandert, ist beeindruckend. In Objektschalen zeigt Prof. Dr. Mehlhorn, wie schnell große Mengen an Flohkot produziert werden. In einer Untersuchung konnte er mit seinen Mitarbeitern zeigen, daß FeLV-Viren, die Erreger der Leukose bei der Katze, in Flöhen und deren Kot noch 24 Stunden nach dem Saugakt in großen Mengen zu finden waren. Eine Beobachtung, die grundsätzlich auch auf andere Viren und Bakterien übertragen werden kann. “Die Bedeutung des Flohs als Überträger von Krankheitserregern wird vielfach unterschätzt. Somit ist der Floh nicht nur ein hygienisches Problem, sondern der Flohbefall kann Auswirkungen auf die Gesundheit von Hund und Halter haben. Die gewissenhafte Behandlung zur Vorsorge eines Flohbefalls sollte daher selbstverständlich sein”, erklärt Prof. Dr. Mehlhorn. Autor: Text: Thekla Vennebusch, Tierärztin - Foto/Grafik: Prof.Dr.Heinz Mehlhorn |
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Bereich Haltung und Pflege
Schutzimpfung bei HundenHäufig gestellte Fragen kurz beantwortet |
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Die Damen in der Geschäftsstelle werden oft auch mit Fragen zur Schutzimpfung des Hundes konfrontiert. Die häufigsten Fragen wurden nachfolgend zusammengestellt und kurz beantwortet. Wie sieht ein Impfschema aus und gegen welche Erkrankungen soll geimpft werden? Grundsätzlich gibt es für jeden Impfstoff in Deutschland ein durch die oberste Bundesbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, zugelassenes Impfschema. Praxisbedingungen können es erforderlich machen, Änderungen vorzunehmen. Der Tierarzt entscheidet dies aufgrund seiner Sachkenntnis, der immunologischen Fachliteratur und gegebenenfalls in Rücksprache mit dem Hersteller. Die häufigsten Erkrankungen gegen die auf jeden Fall geimpft werden sollte, sind in der untenstehenden Tabelle aufgeführt. Beispiel für ein Impfplan-Schema (hier Epivax®-Hundeimpfstoffe von der Firma ESSEX Tierarznei). Warum ist eine Entwurmung vor den Impfungen so wichtig? Würmer schwächen das Immunsystem des Hundes durch Entzug von Nahrungsbestand-teilen, durch Entzündungen der Darmschleimhaut und anderes mehr. Der zu impfende Hund sollte bei der Impfung naturgemäß einen guten Gesundheitszustand haben. Entwurmt werden sollte ca. 1 bis 2 Wochen vor der Impfung. Was ist eine „immunologische Lücke“, wann und warum entsteht sie? Die von der Mutter auf den Welpen übertragenen Antikörper (=schützende Immunstoffe, auch „Nestschutz“) beschützen den Welpen nur eine kurze Zeit (ca. mehrere Wochen und von Welpe zu Welpe unterschiedlich) und wer-den dann langsam abgebaut. Das Problem besteht nun darin, daß es einen Zeitraum gibt, wo die Menge der von der Mutter erworbenen Antikörper zwar so niedrig ist, daß sie nicht mehr schützen, aber noch ausreichend hoch, um eine gute Reaktion auf die Impfung zu verhindern. Dies ist die „immunologische Lücke“. Die „immunologische Lücke“ ist nie ganz zu vermeiden. Insbesondere im infektionsgefährdeten Hundebestand sollte daher häufiger geimpft werden, um die Dauer möglichst auf ein Minimum zu begrenzen. Soll ich meine Hündin während der Trächtigkeit impfen lassen? Am besten ist es, wenn die Hündin schon vor Beginn der Trächtigkeit geimpft worden ist. Der Hundezüchter sollte daher Trächtigkeit und Impfkalender aufeinander abstimmen. Impfungen während der Trächtigkeit sind grundsätzlich ebenfalls möglich. Hierbei sollte man sich aber vom Tierarzt gut beraten lassen, da für manche Impfstoffe und Impfstoffkomponenten auch Gegenanzeigen zur Impfung während der Trächtigkeit bestehen. Können die Welpen durch möglichst langes Säugen von der Mutterhündin (bis ca. 7. Lebenswoche) und anschließender sofortiger Impfung nicht den besten/natürlichsten Impfschutz entwickeln? Die für den Welpen so wichtige Muttermilch enthält nur in den ersten 3 bis 4 Tagen nach der Geburt die Antikörper, die gegen eventuelle Infektionen zu schützen vermögen. Diese werden dann langsam wieder abgebaut. Erst wenn diese Antikörper unter eine bestimmte Menge gesunken sind, kann eine Impfung Erfolg haben. Die obige Regel stimmt also aus immunologischer Sicht so nicht! Aber das Säugen ist für die gesunde Entwicklung der Welpen sehr wichtig. Warum können Welpen trotz einer Impfung an Parvovirose, Staupe usw. erkranken? Zur Ausbildung eines guten Immunschutzes auf eine Impfung gehören zwei: Der Impfstoff (z.B. Epivax®-Impfstoff) und der Impfling (in der Regel, der Welpe), der gut auf die Impfung reagieren kann. Ursachen für Erkrankung trotz Impfung sind: - Falsches Impfschema allgemein - Welpe wurde nur einmal geimpft, zu früh geimpft (und später nicht mehr!) - Allgemein schlechter Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Impfung - Wurmbefall zum Zeitpunkt der Impfung - Stress durch Futterumstellung und neue Umgebung beim neuen Besitzer - Hoher Spiegel mütterlicher Immunschutzstoffe, die den Impferfolg behindern - Angeborene Immunschwäche (selten) - Die gängigen Impfungen schützen nicht vor allen Infektionskrankheiten, sondern nur vor den Häufigsten. Ab wann besitzt mein Welpe einen kompletten Impfschutz, damit ich Veranstaltungen besuchen kann? Der komplette Impfschutz besteht normalerweise erst nach erfolgter und wirkender 2. Impfung im Rahmen der Grundimmunisierung, also ca. in der 15./16. Lebenswoche. Fazit ist also, daß man vom Züchter in der Regel einen Welpen kauft, der zwar 2 Impfungen haben sollte, aber die 2. Impfung erst nach ca. 14 Tagen voll wirkt. Hierfür kann der Züchter nichts, denn dies ist allein im Lebensalter des Welpen begründet. Der neue Besitzer sollte den Welpen nicht zu sehr stressen, da ja die Impfung erst noch voll angehen muß. Problematisch ist es natürlich, wenn schon im Alter von 10 bis 12 Wochen eine Welpenspielgruppe besucht werden soll. Der Impfschutz kann dann in keinem Fall komplett sein. Es ist ca. 14 Tage nach der ersten Impfung sicher ein gewisser Teilschutz vorhanden. Hier heißt es dann, wie so oft im Leben, eine Risikoabwägung zu betreiben; zwischen optimaler Sozialisierung des Welpen und Infektionsschutz. Bei einer gut geführten Welpengruppe sollte das Risiko vertretbar sein. Der Idealzustand wäre es, wenn der Welpe noch einmal mit Abschluß der 16. Lebenswoche zumindest gegen die Parvovirose und Staupe geimpft würde, da dann keine mütterlichen Immunschutzstoffe mehr da sind, die den Impferfolg gefährden könnten (siehe auch oben „Immunologische Lücke“). Ich habe von einer Impfung zum Schutz vor Zwingerhusten durch Nasentropfen gehört. Wie funktioniert das und wie lange hält der Impfschutz an? Es handelt sich hierbei um einen sogenannten intranasalen Impfstoff, z. B. Intrac® , der die zum Schutz vor Zwingerhusten sehr wichtige, bakterielle Komponente (Bordetella bronchiseptica) beinhaltet. Desweiteren spielt beim Zwingerhusten das Parainfluenza-Virus noch eine tragende Rolle, dieses wird aber mit der „normalen“ jährlichen Impfung bekämpft. Intrac® wird in beide Nasenlöcher (je 0,5 ml) gesprüht und baut in der Schleimhaut eine örtliche Immunität aus, die nach 5 Tagen voll ausgeprägt ist. Eine Wiederholung ist erst nach 6 bis 10 Monaten nötig. Ein weiterer Vorteil ist auch, daß man Intrac® noch impfen kann, selbst wenn die Erkrankung im Hundebestand schon ausgebrochen ist. *bei Zwingerhusten (Nase) alle 6-10 Monate Autor: Dr. Martin Pauli |
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Bereich Haltung und Pflege
Das Gebiß, die Zähne und Fehlstellungen |
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Die Zuchtvorschriften fordern bei den meisten Rassen das korrekte Scheren- oder Zangengebiß, in wenigen Rassen (z.B. Boxer) ist der Vorbiß Rassemerkmal. Zahnstellungs- und Kiefernaomalien gelten demnach (bei den meisten Rassen) als zuchtausschließender Fehler.Das Gebiß des Hundes dient sowohl dem Ergreifen und Zerkleinern der Nahrung, als auch als Verteidigungs- und Angriffswaffe. Deshalb ist es wichtig, daß sich das Gebiß kräftig und gesund entwickeln kann, mit möglichst stabilen und bruchfesten Zähnen. Die Mineralisierung der Zähne, Kiefer und Knochen ist bei der Entwicklung des Embryos im Mutterleib von entscheidender Bedeutung für deren Stabilität. Eine zweckmäßige Ernährung der trächtigen Hündin, wie auch der Welpen, sowie das Fernhalten von Krankheiten und Parasiten (Verwurmung), sind die bestmöglichen Voraussetzungen für den Aufbau eines gesunden Gebisses. In vielen Fällen hängt der allgemeine Ge-sundheitszustand von der vitalen Funktion des Gebisses ab. Manche Allgemeinerkrankungen sind auf krankhafte Veränderungen in der Maulhöhle zurückzuführen. Ein krankes Gebiß kann z.B. Ursache für Hautkrankheiten, Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündung, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, ja sogar Lahmheit, Rachitis sowie Kreislaufstörungen sein. ![]() Das Normalgebiß ist ein sog. Scheren- oder Zangengebiß. Ein Scherengebiß ist vorhanden, wenn die oberen Schneidezähne wie eine Schere über die unteren greifen. Dabei dürfen die oberen nur so weit über die unteren hinaus vorstehen, daß man eine Postkarte dazwischen schieben kann. Mehr ist zuviel, ein Fehler. Beim Zangengebiß treffen sich die Kanten der oberen und unteren Schneidezähne, beißen also wie eine Zange, senkrecht aufeinander. Leider werden sowohl in der offiziellen Kynologie, als auch im täglichen Sprachgebrauch, die beiden wesentlichen Begriffe des Über- und Unterbeißers häufig verwechselt. Man vergegenwärtige sich nur, daß der Hund ja ausschließlich mit dem beweglichen Unterkiefer beißt. Der Oberkiefer ist folglich der feste Rahmen, in den der Unterkiefer hineinwächst und dem er sich angleicht. Wo das nicht der Fall ist, sprechen wir von Gebißanomalien, bei denen der Oberkiefer niemals zu lang oder zu kurz ist, sondern der Unterkiefer über- bzw. unterbeißt.[ Die Zahnung des Hundwelpen beginnt im Alter von ca. drei Wochen und ist etwa zwei Wochen später abgeschlossen. Dieses erste, sog.Milchgebiß, besteht aus 28 Zähnen. Ab dem dritten Lebensmonat setzt dann die zweite Zahnung ein, die in der Regel um das 7. Lebensmonat beendet ist. Zu den 28 Milchzähnen, die ersetzt wer-den, kommen 14 weitere Zähne hinzu, sodaß das vollständige Gebiß des Hundes nunmehr aus 42 Zähnen besteht. Im Oberkiefer auf jeder Seite 10, im Unterkiefer auf jeder Seite 11. Im Unterkiefer folgt hier noch ein weiterer Backenzahn M 3. Der vierte Lückenzahn (P4) im Oberkiefer und der erste Backenzahn (M1) im Unterkiefer (jeweils die größten Zähne), dienen als Reißzähne. Die Fangzähne halten die Beute fest, und während die Prämolaren größere Stücke zertrennen, dienen die Molaren zum Kauen und Zermahlen. Seine Schneidezähne benutzt der Hund lediglich zum Benagen, zur Fellpflege und zu sonstigen Kleinarbeiten. Schon im Mutterleib, bei einer Keimlingslänge von 1,5 cm, d.h. etwa in der zweiten Woche des Embryos, treten bereits die ersten Zahnanlagen auf. Jeder Zahn setzt sich aus drei verschiedenen Substanzen zusammen: 1. aus dem außengelegenen Schmelz (Email), 2. aus dem darunter liegenden Zahnbein (Dentin), 3. aus dem im Wurzelbereich ausgebildeten Zement. Diese drei Substanzen entstehen bei dem sich in der Gebärmutter entwickelnden Welpen aus zwei Keimblättern. Es bildet sich daraus eine Zahn- oder Schmelzleiste, an welcher dann Verdickungen, die Zahnknospen entstehen. Aus dieser Zahnknospe geht dann der Schmelz, die härteste Substanz des Zahnes hervor. Das Schmelzorgan umgibt jetzt die Zahnpapille, in welcher sich bald Blut- und Lymphgefäße sowie Nerven ausbilden. Diese Milchzahnanlage wird von Bindegewebe umhüllt, welches das Zahnsäckchen darstellt und über das die Zahnanlage mit der Umgebung verbunden ist. Aus der Zahnpapille entwickelt sich die Zahnpulpa und etwa zur selben Zeit beginnt die Produktion von Dentin, der Hauptmasse des Zahns. Der Durchbruch erfolgt bei den Milchschneidezähnen (1-3) mit 4 bis 6 Wochen, dem Eckzahn mit 3 bis 5 Wochen, den 2. und 4. Milchprämolaren mit 5 bis 6 Wochen. Die Anlagen der bleibenden Zähne sind anfänglich nur durch eine knöcherne Wand von den Milchzähnen getrennt, die dann durch besondere Zellen, den sog. Osteoklasten, aufgelöst wird. Dadurch lockert sich der Milchzahn und der sich ständig vergrößernde Ersatzzahn schiebt in der Folgezeit den Milchzahn vor sich her, bis es schließlich zum Zahnwechsel kommt. Der Wechsel erfolgt bei den Schneidezähnen mit 3 bis 5 Monaten, den Canini mit 5 bis 7 Monaten, und den 2. und 4. Prämolaren mit 5 bis 6 Monaten, während der erste Prämolar ohne Milchzahnvorläufer, mit 4 bis 5 Monaten durch das Zahnfleisch bricht. Eine besondere Entstehung zeigen die Molaren, die letzten Backenzähne, denen Milchzähne als Vorläufer fehlen. Sie erscheinen im Alter von 4 bis 5 Monaten (M1), 5 bis 6 Monaten (M2), 6 bis 7 Monaten (M3, nur im Unterkiefer). Genetisch bedingte, angeborene Zahnanomalien In jedem Stadium der Entwicklung sind Störungen in der Bildung der Zahnsubstanzen möglich; aber auch zahlreiche angeborene, genetisch bedingte Zahnanomalien können vorkommen. So ist der Vererbungsmodus einiger Hypodontien (Zahnunterzahl) dominant. Beispielsweise ist beim Nackthund die Zahnunterzahl an die Dominanz des Haarverlustes straff gekoppelt. Als Fehlentwicklungen sind Abweichungen von der normalen Anzahl der Zähne festzustellen. Entweder fehlen Zähne (Oligodontie), oder es sind zu viele Zähne ausgebildet (Polyodontie). Eine größere klinische Bedeutung hat die Oglio- oder Hypodontie, bei der einzelne Zähne nicht angelegt sind. Eine Pseudooligodontie liegt dann vor, wenn die Zähne sich zwar entwickelt haben, aber nicht durch das Zahnfleisch durchgestoßen sind. Vorliegende Studien zufolge tritt die Oligodontie häufiger auf, als die Polyodontie; das Fehlen von Zähnen wird im Unterkiefer zudem häufiger festgestellt, als im Oberkiefer. Es bereitet auch oft Schwierigkeiten festzustellen, ob eine erworbene, oder angeborene Zahnunterzahl vorliegt. Vergleicht man die Zahnformel für Säuger mit der Zahnformel für Hunde, fällt auf, daß eine Rückbildung des M3 im Oberkiefer eingetreten ist. Und, diese Rückbildungsvorgänge sind noch nicht abgeschlossen, denn es fehlen oft M2 im Oberkiefer, M3 im Unterkiefer und nicht selten fehlen ebenso Prämolaren, der P1 häufiger, als der P2 und P3. Der Verlust des P1 wurde schon bei etwa 3000 Jahre alten ägyptischen Hundemumien festgestellt. ![]() Links: Vorbiß - rechts Hinterbiß (Unterbeißer) Zweifellos ist die Rückbildung des Gebisses, das Fehlen von Zähnen, auf Vererbung zurückzuführen. Es hat jedoch den Anschein, daß eine seit Jahrtausenden andauernde, evolutionär bedingte Rückbil- dungstendenz des „Fleisch- fresser-Backengebisses“ (vor allem auch des Hundes) diese Entwicklung bestimme. Sie findet sich sogar bei Wölfen. Diese erbliche Entwicklung wurde auch bei der Zucht bestimmter Rassen bewußt in Kauf genommen. Wenn die Zucht kleinster Rassen bewußt und damit mit erblichen Defekten in Größe, Körperbau und auch Gebiß erlaubt wird, wenn „Zuchtziele“ und „Rassestandards“ körperliche Mißbildungen als Rassemerkmal herausstellen, dann ist die Beurteilung eines Prämolarenverlustes als „zuchtausschließender Fehler“ ein Widerspruch. Bei verschiedenen Rassen, auch bei Gebrauchshunden (z.B. Dt.Boxer) ist der „Gebißfehler“ sogar „Rassemerkmal“, viele andere Rassen hätten ohne Kiefer- und Gebißanomalien nicht ihr „rassetypisches Aussehen“. Hyper- bzw. Polyodontien sind hauptsächlich in extrem nasenlosen, brachyzephalen, verzwergten Hunderassen mehr als in anderen zu finden. Speziell bei Zwerghunderassen kann es sogar durch das Stehenbleiben von Milchzähnen zur Ausbildung doppelter Zahnreihen kommen. In selteneren Fällen kann es zu einer sog. Zahnre-tension (Zurückhaltung) kommen, unter der man das Unvermögen des Zahnes versteht, das Zahnfleisch zu durchbrechen. Neben den weiteren Abweichungen des Vor- und Hinterbisses, treten auch Veränderungen in der Struktur einzelner Zähne auf. Besonders Schmelzdefekte werden dabei beobachtet, wobei es durch erbliche Mineralisationsdefekte zu Zahnschmelzanomalien kommen kann. Solche defekte Zähne werden vom Hundebesitzer oft als Staupezähne oder Staupegebiß bezeichnet. Diese Schmelzdefekte können „grübchenartig“ aussehen und die Zahnoberfläche kann wie angebohrt erscheinen. Oft setzen sich diese Defekte auch noch auf das Dentin fort. Jede Erkrankung der trächtigen Hündin, begleitet von Ernährungsstörungen der sich entwickelnden Welpen, ist in der Lage, Schmelzdefekte bei den Welpen zu erzeugen. Eine andere Ursache für Zahnschmelzschäden (Schmelzhypoplasien) ist eine Staupeinfektion. Diese Erkrankung mit dem Staupevirus und den hohen Temperaturen von 40oC und höher, führt zu Entwicklungsstörungen der noch nicht ausgeformten, bleibenden Zähne und erst nach Ausheilung der Staupe, wenn die bleibenden Zähne durchbrechen, werden die Defekte sichtbar. Das schädigende Agens muß eine gewisse Intensität und Dauer haben, um wirksam zu werden und außerdem ist der Zeitpunkt der Einwirkung im Hinblick auf das Entstehen bzw. auf das Entwicklungsstadium der Zahnanlage von Bedeutung. Das sog. Staupegebiß ist sehr schwer anzugehen, denn es setzt dabei schnell und massiv Zahnstein an und ist besonders für Karies anfällig. Auch rassische Unterschiede im Zeitpunkt des Zahndurchbruches und selbst die Zahnstellung - beispielsweise, unterliegen genetischen Steuerungen. Offenbar bestehen auch Beziehungen zwischen der mittleren Lebensdauer einer Rasse und dem Durchbruch der permanenten Zähne. Bei großen Rassen mit kürzerer Lebensdauer, brechen sie eher durch als bei kleinen, die ein höheres Alter erreichen. Selbst die Zahngröße soll genetisch fixiert sein. Zu einer graubraunen Zahnverfärbung können Gaben von Tetrazyklinen im Welpenalter führen, die außerdem die Konsistenz des Zahnes beeinflussen und ihn leicht brüchig werden lassen. von Dr. Mayer Tips zur täglichen Zahnpflege des Hundes Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Pedigree-Center Züchterberatung: www.pedigree-zuechter.de • Mit dem Zähneputzen so früh wie möglich starten, am besten schon vor der Abgabe der Welpen, denn Welpen lernen besser, als ältere Hunde. • Welpenkäufer auf die Problematik hinweisen, Zähneputzen und Zahnsnacks erklären. • Immer mit der Zahnbürste von der Seite, nicht von vorn an den Hund herangehen. • Erst mit wenigen Zähnen beginnen, dann nach und nach erweitern, bis alle Zähne geputzt werden können. • Das Maul muß dafür anfangs nicht geöffnet werden. Da besonders die Außenflächen der Zähne betroffen sind, reicht es zunächst, die Lefzen hochzuziehen und die Zähne von außen zu putzen. • Sobald der Hund sich an das Zähneputzen gewöhnt hat, müssen jedoch auch die Innenseiten der Zähne gereinigt werden. • Das Zähneputzen sollte als Teil der täglichen Pflege (Fell, Ohren, usw.) integriert werden, da es so schneller zur täglichen Routine wird. • Zahnpasta ist nicht unbedingt notwendig, da die mechanische Reinigung durch die Bürste entscheidend ist. Wohlschmeckende Hundezahnpasta kann die Kooperation des Hundes jedoch verbessern. ![]() Rundum (zahn)gesund?! Der enorme Stellenwert der Zahngesundheit beim Hund wird leider häufig unterschätzt. So haben derzeit immer noch acht von zehn Hunden im Alter über drei Jahren Zahnprobleme. Ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden werden dadurch ernsthaft bedroht. Denn aus Zahnbelag und Zahnstein gelangen gefährliche Bakterien in die Blutbahn und schädigen so lebenswichtige Organe wie Herz, Nieren und Gelenke. Aus diesem Grund widmet sich das Pedigree Center der Zahngesundheit seiner Hunde und entwickelt Produkte, die helfen, diese zu erhalten. Wissenschaftliche Studien belegen: Auf den Zähnen eines Hundes bildet sich ständig Zahnbelag. Wird dieser Belag, auch Plaque genannt, nicht täglich entfernt, verhärtet er zu Zahnstein und bietet Bakterien einen idealen Nährboden. Die Folgen sind neben unangenehmen Maulgeruch vor allem Entzündungen des Zahnfleisches, die so schmerzhaft sein können, daß es zu einer Futterverweigerung kommt. Diese Entzündungen wiederum greifen den Zahnhalteapparat an und können auf Dauer sogar zu Zahnausfall führen. Die verantwortlichen Plaque-Bakterien gelangen dabei ständig in die Blutbahn, schwächen lebenswichtige Organe. So sind Bakterien, die aus Zahnbelägen stammen, häufig auch die Ursache für chronische Nierenschwächen, Gelenkerkrankungen und entzündliche Herzklappenveränderungen älterer Hunde. Erkrankungen, die bei älteren Hunden sehr häufig auftreten und nicht selten zum Tod des Tieres führen. Zahnpflege als tägliche Routine “Wir putzen unseren Hunden bereits vom Welpenalter an täglich die Zähne. Das klingt aufwändig, ist letztlich aber eine fünfminütige Routine. Die von unseren Hunden übrigens heiß geliebt wird, da wir dabei liebevoll mit ihnen sprechen, schmusen und scherzen”, erklärt Kate Sherry, Tierärztin im Pedigree Center. Diese intensive Zahnpflege nutzen die Mitarbeiter des Pedigree Centers übrigens auch, um wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung zahnreinigender Kausnacks zu gewinnen. So zeigt sich im Pedigree Center, daß kleine Hunde mehr unter Zahnproblemen leiden als Hunde großer Rassen. Ursache dafür ist auch, daß bei kleinen Hunden die gleiche Anzahl Zähne auf engerem Kieferraum vorhanden sind, so daß die Zähne enger stehen und die Futterreste in den schmalen Zahnzwischenräumen den Bakterien bessere Bedingungen liefern, sich anzusiedeln. Ein weiterer Faktor ist das Maß an Auslauf, denn in Bewegung reiben Lefzen und Zunge über die Zahnoberflächen, es kommt so zu einer automatischen Reinigung der Zähne. Darüber hinaus spielen auch genetische Komponenten eine Rolle. So gibt es bestimmte Rassen wie z. B. Yorkshire-Terrier und Dackel, die vermehrt zu Zahnbelag und Zahnstein neigen. Hierfür werden die rassetypische Zusammensetzung des Speichels und der Säure-Wert des Speichels, verantwortlich gemacht. Zahnpflege mit Sinn und Verstand “Ergänzend zum Zähneputzen erhalten unsere Hunde täglich einen DentaStix und einmal wöchentlich den DentaRask Kauknochen, welche von uns speziell zur ergänzenden Zahnpflege entwickelt wurden”, erklärt Kate Sherry. So haben Untersuchungen gezeigt, daß eine zähe Konsistenz für den zahnreinigenden Effekt eines Kausnacks weitaus besser ist als eine harte Konsistenz. Dies ist vergleichbar mit der Wirkung eines Zahnpflege-Kaugummis für Menschen. Wichtig erwies sich auch die Dauer des Kauens, die ebenfalls über Form und Struktur des Kausnacks beeinflußt werden kann. Das A und O der Zahnpflege ist jedoch, so zeigen die Untersuchungen, daß sie jeden Tag vorgenommen wird. Auf Basis dieser Erkenntnisse haben die Experten im Pedigree Center zahnpflegende Kausnacks entwickelt, die bei täglicher Anwendung wissenschaftlich nachgewiesen die Ansammlung von Zahnbelag um bis zu 60 % verringern können. Kombiniert mit täglichem Zähneputzen und einer jährlichen Zahnkontrolle mit professioneller Zahnreinigung in der Tierarztpraxis wird die Zahngesundheit des Hundes so maßgeblich unterstützt und die Gesundheit wie das Wohlbefinden des vierbeinigen Freundes anhaltend gefördert. Zur Stärkung der Allgemeingesundheit sollte besonders bei Hunden, die überdurchschnittlich viel leisten müssen, wie trächtige und laktierende Zuchthündinnen, Deckrüden, Ausstellungstiere oder sportlich aktive Hunde, auf eine gute Zahnhygiene geachtet werden. “Wir sind überzeugt davon, daß die Zahnpflege schon bald ein selbstverständlicher Bestandteil der Hundehaltung werden wird. So wie Impfungen, Entwurmungen und eine ausgewogene Ernährung. Denn schließlich hat man Verantwortung für seinen Hund und möchte dieser auch gerecht werden. So tragen auch wir unseren Teil dazu bei”, sagt Tierärztin Sherry. |
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Bereich Haltung und Pflege
Wie gefährdet ist mein Tier?Krankheiten, die in Deutschland von Zecken und Flöhen auf Hunde übertragen werden |
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Viele Hundehalter informieren sich vor einer Auslandsreise, ob am Urlaubsort gefährliche Erkrankungen über Zecken, Mücken oder Flöhe auf ihr Tier übertragen werden können. Dabei drohen solche Gefahren auch hier in Deutschland. Welcher Parasit welche Krankheit überträgt, wie groß das Risiko ist, welche Regionen besonders betroffen sind und wie Sie Ihr Tier schützen können, lesen Sie im Folgenden: 1. IXODES RICINUS (= Gemeiner Holzbock) Die in Deutschland ansässige Zecke Ixodes ricinus, ist in ganz Deutschland verbreitet und hat für den Hund vor allem Bedeutung als Überträger von drei Krankheiten: Borreliose Das Bakterium Borrelia burgdorferi wurde erstmals 1982 in den USA aus Zecken isoliert, zwei Jahre später wurde es in Deutschland nachgewiesen. Heute, nur 25 Jahre später, gibt es hierzulande jährlich bereits rund 100.000 Neuerkrankungen bei Mensch und Tier. Der Überträger der Borreliose, die Zecke Ixodes ricinus, ist in Deutschland bis zu 35 % mit dem Borreliose-Erreger infiziert. Krankheitsanzeichen der Borreliose beim Hund: Zwei bis fünf Monate nach Zeckenbefall leichte, ggf. wechselnde Lahmheiten, Apathie und Fieber. Bei schwerem Verlauf - Lahmheiten bis zum Festliegen, oft kombiniert mit weiteren Infektionen. Anaplasmose Die Anaplasmose (Granulozytäre “Ehrlichiose”) wird durch das Bakterium Anaplasma phagocytophilum hervorgerufen. Grundsätzlich besteht in ganz Deutschland die Gefahr einer Übertragung. Untersuchungen erwachsener Ixodes-Zecken haben in bestimmten Regionen Süddeutschlands Befallsraten von bis zu 4 % ergeben. Anaplasmen befallen Blutzellen und vermehren sich in ihnen. Krankheitsanzeichen der Anaplasmose beim Hund: Hohes Fieber über 3 - 5 Tage, Blutarmut, Gelenkentzündungen, Gleichgewichtsstörungen und Lähmungen. ![]() 35 % der in Deutschland heimischen Ixodes-Zecken tragen den für Hunde gefährlichen Erreger der Borreliose in sich, 4 % den Erreger der Anaplasmose. Foto Vennebusch Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Die FSME wird durch Viren ausgelöst. In allen Gegenden, in denen ein Infektionsrisiko für den Menschen besteht, ist auch der Hund gefährdet. Dies ist vor allem in Baden-Württemberg, Südhessen und Bayern der Fall. Der Durchseuchungsgrad liegt aber selbst in stark betroffenen Gebieten nur bei rund 0,2 %. Zu einer Erkrankung kommt es nur, wenn andere schwächende Faktoren hinzukommen. Krankheitsanzeichen beim Hund: Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und andere Ausfallerscheinungen, hohes Fieber, Abgeschlagenheit, aber auch Übererregung. 2. DERMACENTOR RETICULATUS = Auwaldzecke Bisher ging man davon aus, daß die Dermacentor-Zecke ausschließlich in südlichen Reiseländern beheimatet ist. Nun aber werden zunehmend Exemplare in verschiedenen Regionen Deutschlands gefunden, teilweise infiziert mit dem Einzeller Babesia canis canis, dem Erreger der Babesiose. Babesiose Der Erreger der Babesiose, der Einzeller Babesia canis canis, sitzt in den roten Blutkörperchen und kann diese zerstören. Daher wird die Babesiose häufig auch als “Hundemalaria” bezeichnet. Krankheitsanzeichen beim Hund sind allgemeine Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Bewegungsstörungen und Lahmheiten. Typisch für das akute Stadium ist hohes Fieber bis 42 Grad C. Später kommt es zu einer Zerstörung von Blutzellen, es folgen schwere Allgemeinstörungen mit Gelbsucht und zentralnervösen Symptomen. Zwischen der Übertragung und dem Auftreten von Problemen können Wochen bis Monate liegen. 3. CTENOCEPHALIDES CANIS = Hundefloh Trotz gewissenhafter Prävention gegen Flöhe sind immer noch 20 % aller Hunde in Deutschland befallen. Daß dies durchaus nicht nur hygienische, sondern auch medizinische Bedeutung hat, zeigen die Ergebnisse aktueller Untersuchungen von Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Leiter des Instituts für Parasitologie an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf. Seine Studien weisen darauf hin, daß der Floh Überträger vieler Erreger, wie Viren und Bakterien sein kann und damit nicht nur die Gesundheit des Tieres, sondern auch die des Menschen bedroht. Lange bekannt ist die Funktion des Flohs als Überträger des Gurkenkernbandwurms. Gurkenkernbandwurm Einer der häufigsten Bandwürmer beim Hund, der Gurkenkernbandwurm Dipylidium canium wird über den Floh auf Hunde übertragen. Hunde stecken sich an, indem sie infizierte Flöhe bei der Fellpflege abschlucken. Drohende Gefahren: Wechselnder Appetit, Durchfälle, Verstopfung, Darmverschluß. ![]() Ein zuverlässiger Zeckenschutz muß greifen, bevor die Zecke Erreger übertragen kann. Mittel erster Wahl sind Präparate, die den Saugakt der Zecke präventiv verhindern. Foto Prof.Dr.Schein PRÄVENTIVE MAßNAHMEN FÜR HUNDE IN DEUTSCHLAND Zum Schutz vor den vorstehend genannten Erkrankungen sollten alle Hunde einer konsequenten präventiven Behandlung gegen Zecken und Flöhe unterzogen werden. Mittel der Wahl sind dabei Präparate, die alle in Deutschland wichtigen Zeckenarten und Flöhe abwehren. Ideal sind hierfür repellierende Wirkstoffe, die Zecken abwehren, bevor es zu einem Saugakt kommt (z. B. Advantix®, Bayer). Das Absammeln von Zecken nach dem Aufenthalt im Freien ist durchaus sinnvoll, kann aber kein vollständiger Ersatz für den präventiven Einsatz zuverlässiger Zeckenschutzprodukte sein. Bereits festsitzende Zecken müssen schnell, sicher und schonend entfernt werden. Reize wie Strom oder Kälte können dazu führen, daß die Zecke im Todeskampf Erreger in den Stichkanal abgibt und sind daher zu vermeiden. Zu empfehlen sind statt dessen Hilfsmittel wie Zeckenhaken, mit denen Zeckenstadien aller Größen auch an schwer zugänglichen Stellen wie dem Augenlid einfach und sicher entfernt werden können. Gegen die Borreliose steht außerdem ein Impfstoff zur Verfügung. Der Einsatz wird jedoch vielseitig diskutiert und setzt in jedem Fall eine Untersuchung auf eine bereits vorliegende Borreliose-Infektion voraus. WAS TUN BEI AKUTEM ZECKEN- ODER FLOHBEFALL? Bei akutem Zeckenbefall müssen sämtliche auf dem Tier befindlichen Zeckenstadien entfernt werden. Das Einsenden einer oder mehrerer Zecken in ein Labor für einen Nachweis von Borrelien, FSME-Viren oder Babesien ist möglich. Die Untersuchung kostet rund 30 - 40 €. Ein positiver Befund erfordert dann ggf. therapeutische Maßnahmen zur Vorbeugung einer Erkrankung. Bei Patienten mit akutem Flohbefall ist neben einer gezielten Flohtherapie (evtl. inkl. Behandlung der Umgebung) und einer weiterführenden Prävention auch eine Behandlung gegen Bandwürmer vorzunehmen. Autor: Dr.Torsten Naucke |
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