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Eingewöhnung!

Am besten beginnt man mit der Erziehung, sobald der Welpe ins Haus kommt. Bringen Sie ihm Ihre Regeln bei, bevor er seine eigenen aufzustellen versucht. Alle Familienmitglieder sollten sich regelmäßig mit dem Kleinen beschäftigen, während er lernt, ein Halsband mit Leine zu tragen, nur aus dem eigenen Napf zu fressen, in seinem eigenen Bettchen zu schlafen, auf Zuruf herbeizukommen und auf Befehl zu warten. Allerdings sollte nur ein Familienmitglied für die eigentliche Welpenerziehung zuständig sein.

Respekt lernen

Ein Welpe muss lernen, der Familie in seinem neuen Heim zu gehorchen; deshalb sollten sich alle verantwortlichen Familienmitglieder mit dem Kleinen befassen.

Warten lernen

Der Welpe sollte wissen, dass die Menschen vor den Hunden essen und somit dominanter sind.

Positive Verlockung

Mit verführerischem Futter statt mit Disziplinierungsmaßnahmen bringt man dem Welpen bei, was er nicht darf.

Menschen haben Vortritt

Von Natur aus rennen Hunde gern als erste durch eine offene Tür. Indem Sie dem Welpen beibringen, zu warten und Sie zuerst durchzulassen, machen Sie ihm klar, wer Herr im Haus ist. Wenn der Kleine diese Hierarchie nicht begreift, kann die Erziehung schwierig werden.

Das Körbchen als Zufluchtsort

Sondern Sie den neuen Hausgenossen nicht ab, denn Hunde sind neugierige und gesellige Tiere. Stellen Sie dem Welpen ein Körbchen als privaten Bereich zur Verfügung, und platzieren Sie  es in einem belebten Teil der Wohnung, etwa im Wohnzimmer.

Ein privates Plätzchen

Zeigen Sie ihm, dass es Spaß macht, mit seinem Spielzeug allein in einer Drahtbox zurückzubleiben. Lassen Sie ihn anfangs jeweils nur eine Kurze Zeit allein. Die Box können Sie nachts in Ihr Schlafzimmer stellen.

                                                           

Hilfe, mein Hund versteht mich nicht!

Hunde haben eine eigene Sprache. Sie sind aber in der Lage, kurze Worte zu lernen bzw. mit bestimmten Situationen und Handlungen zu verknüpfen, d.h. woher soll ein Welpe wissen, dass er sich bei dem Befehl SITZ nicht hinlegen soll. Den Tonfall kann er deuten, aber den Sinn der Worte kann er nicht verstehen.

Der Hund reagiert hauptsächlich auf :

Körperhaltung

Sie vermitteln dem Hund wichtige Botschaften. Eine aufrecht stehende, bewegungslose Person wird oft als Bedrohung angesehen, während eine hockende, evtl.. sogar leise rufende Person freudig begrüßt wird.

Stimme und Tonfall

Besonders gelobt fühlt sich der Hund durch einen freundlichen Tonfall. Je heller die Tonlage, desto eher reagiert der Hund. Dies ist auch der Grund, warum Hunde so stark auf Kinderstimmen reagieren. Ein tiefer Tonfall ist für den Hund unangenehm, er empfindet ihn als Tadel.

Je deutlicher der Unterschied der Tonlage zwischen LOB und TADEL ausfällt, um so leichter und schneller begreift der Hund was man von ihm will.

Die Erziehung beginnt schon im Welpenalter. Am wichtigsten sind dabei KONSEQUENZ und LOB.

Gerade bei Welpen ist es schwierig auch bei den "KLEINIGKEITEN" nicht nachlässig zu sein.

Man meint, es ist doch eigentlich gar nicht so wichtig, dass er jetzt sitzt, kommt oder einfach auf seinem Platz liegen bleiben muss.

Diese "KLEINIGKEITEN" machen aber letztendlich den Erfolg aus. Ein Welpe bzw. Hund braucht fest aufgestellte Regeln, die immer eingehalten werden müssen.

Inkonsequenz: bedeutet für den Hund Unsicherheit, da er nicht weiß, wann manches manchmal erlaubt und manchmal verboten ist und gibt seine ALPHA Position als Rudelführer auf.

Kindern kann man Ausnahmen erklären, Welpen bzw. Hunden niemals!

                                                          

 

Erziehung!

Anspringen

Ein Welpe begrüßt seine Mutter damit, dass er an ihr hochspringt, um ihr das Gesicht zu lecken. Hunde, vor allem Jungtiere zwischen sechs und achtzehn Monaten, versuchen das gleiche bei Menschen. Dieses Verhalten wird zumeist durch Aufregung ausgelöst. Labrador, Retriever und Pudel springen Personen aus lauter Liebe an, wohingegen Rassen wie der Rottweiler dadurch ihre Dominanz demonstrieren. Fördern Sie den natürlichen Drang zum Anspringen nicht noch dadurch, dass Sie beim Heimkommen auf die Schenkel schlagen oder Ihre Stimme erheben. Kinder sollten die Hände an den Körper anlegen. Wenn Sie sich ruhig benehmen, wird Ihr Hund wahrscheinlich das gleiche tun.

Abgewöhnung

Sie sollten das Anspringverhalten zunächst dadurch korrigieren, dass Sie Ihren Hund die Befolgung der Befehle "SITZ" und"BLEIB" nochmals einprägen. Man benutzt nicht einen negativen Befehl wie "NEIN" oder "PFUI", sondern befiehlt dem Hund beim Betreten des Raumes, er solle sich hinsetzen. Erheben Sie nicht die Stimme, und wedeln Sie auch nicht mit den Armen, denn durch beides könnten Sie den Hund stimulieren.

Belohnen Sie den Hund, wenn er auf Kommando sitzt, aber vermeiden Sie es, seine Kopfoberseite zu streicheln, weil er dann womöglich Ihr Gesicht zu belecken versucht. Hocken Sie sich vielmehr hin, und streicheln Sie das Tier kräftig an den Flanken oder unter dem Kinn. Loben Sie es für sein ruhiges Verhalten. Wiederholen Sie diese Übung so lange, bis der Hund Sie nicht mehr anspringt.

Auftritt eines Besuchers

Sie bekommen Besuch und Ihr Hund springt diesen an.

Abgewöhnung

Wenn der Hund eintretende Gäste beharrlich anspringt, leinen Sie ihn an, bevor Sie die Haustür öffnen. Geben Sie ihm den Befehl "SITZ".

Bitten Sie einen Freund, dem Hund beim nächsten Besuch einen Leckerbissen mitzubringen. Das Tier sollte vom Besucher belohnt werden, wenn es sich bei dessen Eintritt brav hinsetzt.

                                                           

 

Ängste!

Angst vor Lärm

Bei einem lauten Geräusch, etwa bei einem Donnerschlag, werden viele Hunde ängstlich und versuchen sich zu verkriechen. Die natürliche Reaktion des Hundehalters ist, das nervöse Tier zu trösten und vom Anlass seiner Angst abzulenken. Dadurch kann jedoch die Angstreaktion des Hundes noch verstärkt werden, denn er merkt, dass er bei einem Anfall von Nervosität durch Kontakt zu Ihnen, durch tröstende Worte und sogar einen Leckerbissen belohnt wird.

Gegenmaßnahme

Nehmen  Sie das Geräusch, das den Hund erschreckt, auf Tonband auf. Unter  kontrollierten Bedingungen, wenn Sie wissen, dass das Geräusch auf natürliche Weise nicht entstehen kann, spielen Sie die Aufzeichnung ab. Stellen Sie den Ton anfangs leise, und belohnen Sie den Hund, wenn er nicht nervös wird. Im Laufe mehrerer Wochen erhöhen Sie allmählich die Lautstärke, bis das Geräusch so laut ertönt wie jenes, das den Hund in Panik versetzt hat.

Angst vor Gegenständen

Hunde scheuen oft vor unvertrauten Objekten zurück.  Ein Hund, der in einem kinderlosen Haushalt lebt, fürchtet sich nicht selten vor Kinderwagen. Bei ihrem Anblick duckt er sich vielleicht oder versucht wegzulaufen.

Gegenmaßnahme

Legen Sie in der Nähe des Kinderwagens einen Leckerbissen auf de Boden. Füttern Sie den Hund nicht vor der Lektion, so dass er sich den Happen am liebsten holen möchte. Plazieren Sie die Leckerbissen immer näher beim Wagen und schon bald wird der Hund das Futter fressen.

Sobald der Hund ohne weiters Leckerbissen unter dem Kinderwagen hervorholt, stellen Sie seinen Fressnapf dorthin. Während des Trainings bewegen Sie den Wagen gelegentlich, und belohnen Sie das Tier, wenn er keine Angst zeigt.

Angst vor Händen

Nervöse Hunde geraten häufig in einen Konflikt: Sie möchten fremde Leute begrüßen, haben aber Angst vor Händen und scheuen deshalb zurück.

Gegenmaßnahme

Legen Sie die offene Hand, die einen Leckerbissen enthält, vor dem Hund auf den Boden. Wenn Sie befürchten, gebissen zu werden, gehen Sie vor wie bei Angstbeißern.

Sobald der Hund den Leckerbissen regelmäßig und bereitwillig vom Boden aufnimmt, verringern Sie den Abstand zu ihm und setzen sich neben ihn.

                                                         

Unerwünschtes Bellen

So gewöhnen Sie es ab!

Sie bellen, wenn es klingelt, jemand am Grundstück vorbeigeht und in vielen anderen Situationen. Wie aber gewöhnt man seinem Vierbeiner dieses Verhalten ab?

In der Hundeerziehung ist es immer wichtig zu ergründen, wodurch unerwünschte Verhaltensweisen verstärkt werden. Denn in den meisten Fällen ist es so, dass Hundehalter das Fehlverhalten Ihres Hundes unwissentlich verstärken.

Den Hundenamen nicht laut rumbrüllen

So bestärkt man beispielsweise einen bellenden Hund durch lautes Rumbrüllens seines Namens, der Hund denkt in diesem Moment "Prima, Herrchen bellt mit!". Oder wenn beispielsweise ein junger Hund bellt, weil er zum ersten Mal in einem Raum allein gelassen wird. Kommt Herrchen sofort angelaufen, streichelt und beruhigt das Jungtier, dann lernt der Vierbeiner, dass er durch das Gebelle sein Ziel erreicht hat - Aufmerksamkeit.

Jedoch sind störende Verhaltensweisen nicht immer auf Erziehungsfehler zurückzuführen. Oft werden sie durch bestimmte Umstände verstärkt. Ein gutes Beispiel ist das tägliche Auftauchen des Postboten. Ein junger Hund, der den Briefträger zur Tür kommen hört, wird aus Angst vor diesem Eindringling zu bellen beginnen und meinen, das er dadurch bewirken kann, dass der Postbote wieder geht.

Durch diesen täglichen, immer wiederkehrenden Erfolg lernt der Junghund, dass er den Menschen mit seinem Bellen Angst machen kann. Das natürliche Bellen wird auf diese Weise verstärkt und entwickelt sich zum Leidwesen aller zum lästigen Bellen.

Abhilfe

Damit die (UM ) Erziehung erfolgreich ist, muss der Hund genau in dem Moment des Fehlverhaltens überrascht werden. Wie bereits erwähnt, nutzt es bei exzessivem Bellen nichts, noch lauter als der Hund zu schreien, denn das ermutigt ihn, nur noch stärker zu bellen. Und das Herrchen zieht bei diesem Spiel doch meist den Kürzeren! Außerdem spornt man ihn in seinem unerwünschten Verhalten auch noch an, denn für den Hund stellt die Aufmerksamkeit des Herrchens die höchste Belohnung dar.

Ignorieren Sie hingegen das Bellen, fasst er es als Bestrafung auf. Mit viel Geduld und Ausdauer kann dieses Erziehungsschema erfolgreich sein - doch bereits vorhandene schlechte Angewohnheiten lassen sich nur schwer umerziehen.

Oftmals wird ein für den Besitzer unerwünschtes Verhalten durch dessen Abwesenheit verstärkt. So gibt es Hunde, die während des Alleinseins Bellen und Jaulen, sehr zum Leidwesen der Nachbarn. Und genau für diese Zeiträume müssen wirksame Lösungen gefunden werden. Wodurch der Hund sein Bellen beginnt, kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Ob es nun eine reine Trennungsangst ist oder äußere Einflüsse wie Fußgänger oder andere Hunde. Bei letzteren hilft es natürlich, wenn die Vorhänge zugezogen oder bestimmte Zugänge versperrt werden, aber ist das wirklich artgerecht?

                                                     

Gehen an der Leine

Die Sicherheit und das Wohlbefinden Ihres Welpen hängen von Ihnen ab. Ein Hund sollte nur dann frei umherlaufen dürfen, wenn Sie ihn in einer geschützten Umgebung beaufsichtigen können und wenn keine Gefahr für ihn besteht. Sie sollten Ihrem Welpen bereits beigebracht haben, an der Leine die Befehle "SITZ und PLATZ" zu befolgen und Sie ohne Leine zu begleiten. Nun kann er lernen, an der Leine zu gehen, ohne immer wieder an ihr zu zerren.

Die Übung beginnt im Haus. Zeigen Sie dem Welpen die Leine, und lassen Sie ihn daran schnuppern. Dann befestigen Sie die Leine am Gutsitzenden bequemen Halsband.

Der Welpe steht links neben Ihnen, und Sie halten die Leine und die Leckerbissen in der rechten hand. Die linke Hand fasst ebenfalls die Schlaffe Leine. Befehlen Sie dem Hund, sich hinzusetzen.

Gehen Sie los, und zwar mit dem linken Fuß. Sobald der Welpe neben Ihnen herläuft, geben Sie das Kommando "Fuß". Drängt er nach vorne, lassen Sie die linke Hand nach unten zum Halsband gleiten, und ziehen Sie sanft nach hinten.

Wenn der Welpe bei Fuß geht, geben Sie ihm seine Belohnung, und sagen Sie "Braver Hund" oder "Brav". Dann befehlen Sie ihm, sich hinzusetzen, und wiederholen Sie das Lob. verlängern Sie allmählich die Gehstrecke, sobald der Hund die aufeinander folgenden Befehle ausführt.

Sobald der Welpe bei Fuß geht und sich gehorsam hinsetzt, während Sie mit ihm von Zimmer zu Zimmer gehen, können Sie ihm die Rechtskehre beibringen. Führen Sie ihn mit der linken Hand nach rechts, und geben Sie ihm den Befehl "Fuß".

Bei der Linkskehre bewegen Sie sich schneller und halten dem Welpen das Futter vor die Nase, um ihn abzubremsen. Er soll dicht an Ihrem linken Bein bleiben, und wenn er langsamer wird, geben Sie das Kommando "Ruhig".

Problemlösungen

Hochsteigen an der Leine

Wenn der Welpe Sie anspringt oder an der Leine hochsteigen will, sagen Sie scharf "Nein" oder "Aus". Treten Sie zur Seite, befehlen Sie ihm, sich hinzusetzen, und kehren Sie zum Anfang der Übung zurück. Trainieren Sie zunächst nicht draußen, weil er dort zu sehr abgelenkt werden könnte. Üben Sie drinnen, und probieren Sie es später an belebten Plätzen.

Fehlschläge

Wenn der Welpe sich nicht bewegen will, locken Sie ihn sanft und geduldig mit einem geliebten Spielzeug. Ziehen Sie ihn nicht hinter sich her, und verlieren Sie nicht die Fassung. Ermuntern Sie ihn mit Lob, und lassen Sie ihm Zeit, Vertrauen aufzubauen.

Ziehen an der Leine

Befehlen Sie jedes mal "Sitz", wenn der Welpe nach vorne zieht. Weder er noch Sie dürfen die Konzentration verlieren, und Sie dürfen die Kommandos auch nicht brüllen. Verwenden Sie bei einem ungestümen Hund ein Kopfgeschirr.

Gehen ohne Leine

Spaziergänge sind ein reines Vergnügen, wenn Ihr Hund brav neben Ihnen herläuft. Es ist oft ganz einfach, einem Welpen zunächst das Bei-Fuß-Gehen ohne Leine, das so genannte "freie Folgen" beizubringen, weil er die Gesellschaft des Menschen genießt und deshalb im allgemeinen seinem Besitzer bereitwillig folgt. Die meisten Welpen folgen auch gerne der Duftspur eines Leckerbissens; deshalb sollte man beim Training möglichst auch ein paar Futterbelohnungen dabei haben.

Während der Welpe links von Ihnen sitzt, fassen Sie sein Halsband mit der Linken und halten einen Leckerbissen in der Rechten. Erregen Sie die Aufmerksamkeit des Hundes, indem Sie seinen Namen aussprechen.

Wenn Sie geradeaus gehen und der Welpe der Futterbelohnung folgt, geben <Sie das Kommando "Bei Fuß" oder kurz "Fuß". Halten Sie die linke Hand tief, damit Sie jederzeit das Halsband ergreifen können.

Erteilen Sie den Befehl "Steh", und knien Sie rechts neben dem Welpen nieder, wobei Sie den Leckerbissen senken, um den Hund vom Springen abzuhalten. Die linke Hand, mit der Handfläche nach unten, unter dem Leib des Welpen hindert ihn daran, sich zu bewegen.

Beugen Sie die Knie, halten Sie das Futter dem Welpen vor die Nase, drehen Sie sich nachts rechts, und wiederholen Sie dabei das Kommando "Fuß". Der Welpe muss sich beeilen, um Sie zu umrunden.

Bei der Drehung nach links benutzen Sie die linke Hand, um den Welpen am Halsband zu führen und dabei rufen Sie "Ruhig". Halten Sie den Leckerbissen tief und bewegen Sie die rechte Hand nach links. Der Welpe wird folgen.

Schwindende Konzentration

Wenn der Welpe unaufmerksam wird, schieben Sie die linke Hand unter sein Halsband, und bringen Sie ihn wieder in die richtige Bei-Fuß-Stellung.

Unfolgsamkeit

Wenn der Welpe auf die Futterbelohnung nicht reagiert, richten Sie seine Aufmerksamkeit auf ein Lieblingsspielzeug. Mit der langen Leine zwingen Sie ihn zu gehorchen.

Hochspringen

Um den Welpen am Hochspringen zu hindern, fassen Sie das Halsband mit der linken Hand und locken ihn mit der niedrig gehaltenen versteckten Belohnung.

                                                      

Hetzjagd

Der Hetztrieb gehört zum normalen Hundeverhalten, auch wenn dieser Trieb ja nach Rasse und Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Ausgelöst wird er durch Bewegung und noch verstärkt, wenn andere Hunde mitmachen. Man kann das Hetzverhalten zwar kontrollieren, aber niemals völlig unterbinden. Sie sollten Ihrem Hund nicht gestatten, seiner Hetzlust zu frönen, denn sie wird sonst zu einem Problem und kann für ihn lebensgefährlich werden.

Autojagd

Einem Auto nachzujagen ist für den Hund vielleicht ein Vergnügen, aber auch gefährlich. Wenn das Auto davonfährt, ist der Hund befriedigt, aber der Aufenthalt auf der Straße stellt für ihn ein potentielles Risiko dar.

Provozierende Radfahrer

Der Anblick eines Radfahrers reizt viele Hunde zum Nachhetzen. Da nur wenige Radler anhalten, empfindet der Hund die Hetzjagd als Erfolgserlebnis.

Sofortlösung

Bitten Sie einen Freund, an Ihrem Hund vorbeizuradeln. Wenn der Hund die Verfolgung aufnimmt, sollte der Radfahrer unverhofft anhalten, das Tier mit einer Wasserpistole bespritzen und "Pfui" oder "Nein" rufen.

Abgewöhnung

Bei dieser Übung brauchen Sie Mithilfe eines Rad fahrenden Freundes. Sobald dieser langsam vorbeifährt, geben Sie dem Hund den Befehl "Sitz", während Sie eine Futterbelohnung in der Hand halten. Sorgen Sie mit einer Leine dafür, dass der Hund während der Übung unter Kontrolle bleibt; er darf nicht die Gelegenheit zu einer erfolgreichen Hetzjagd bekommen.

Geben Sie dem Hund die Belohnung, wenn er sich auf Kommando brav hinsetzt, sobald der Radler vorbeifährt.  Wiederholen Sie die Übung solange, bis das Tier das Kommando zuverlässig befolgt, ohne Anstalten zu einer Verfolgungsjagd zu machen, selbst wenn der Radfahrer das Tempo erhöht. Anschließend wird es mit seinem Lieblingsspielzeug belohnt.

Wiederholen Sie die o.g. Schritte und lenken Sie dabei den Hund mit dem Spielzeug ab, während der Radler schneller fährt. Als nächstes werfen Sie das Spielzeug weg, damit der Hund es apportiert und zwar in Gegenrichtung zum Radfahrer, um das Tier vom Hetzen abzubringen.

Hetzjagd auf Tiere

In ihrer jahrtausendelangen Evolutionsgeschichte habe die Hunde überlebt, indem sie andere Tiere jagen und töteten. Durch die gezielte Zuchtauswahl hat der Mensch dieses Instinktverhalten abgeschwächt, doch es ist in manchen Rassen und Individuen weitgehend erhalten geblieben. Das Hetzjagen ist ein natürliches Hundeverhalten, zugleich jedoch ein ernstes Problem, vor allem für Viehalter. Eine Möglichkeit, mit diesem Problem fertig zu werden, besteht darin, dem Hund beizubringen, auf unbedenkliche Objekte und nicht auf andere Tiere Jagt zu machen. Wenn Sie sich das nicht zutrauen, sollten Sie sich an einen erfahrenen Hundeausbilder wenden.

Falls der Hund nicht in früher Jugend mit andersartigen Tiere sozialisiert worden ist, müssen Sie mit Schwierigkeiten rechnen, wenn mit er potentiellen Beutetieren zusammentrifft. Lassen Sie in ländlichen Gefilden nie Ihren Hund von der Leine, sofern Sie nicht aus Erfahrung wissen, dass er andere Tiere nicht instinktiv hetzt. Die gleiche Vorsichtsmaßnahme sollten Sie ergreifen, wenn er zum ersten Mal einem artfremden Tier begegnet.

Gegenmaßnahmen

Das Ziel dieser Lektion ist, den Jagdinstinkt des Hundes in geordnete Bahnen zu lenken. Experimentieren Sie mit verschiedenartigen Spielsachen, um herauszufinden, welches für ihn am aufregendsten ist. Necken Sie ihn nachhaltig mit diesem Gegenstand.

Nehmen Sie den Hund in einer ruhigen Gegend an die lange Leine, und werfen Sie das Spielzeug, aber legen Sie ein anderes faszinierendes Spielzeug neben sich auf den Boden. Der Hund wird spontan dem weggeworfenen Spielzeug nachjagen.

Bevor der Hund das Spielzeug erreicht, rufen Sie seinen Namen und befehlen ihm, zu Ihnen zu kommen. Rufen Sie ihn dramatisch zu sich, und wedeln Sie mit dem zweiten Spielzeug, um ihn herbeizulocken. Spielen Sie dann mit ihm, und loben Sie ihn.

Gehen Sie zu dem weggeworfenen Spielzeug hin, und heben Sie es auf, wobei Sie den Hund an der Leine zurückhalten. Dadurch lernt er, dass die Gegenstände, denen er nachjagt, Ihnen gehören. Wiederholen Sie die Übungen in einer wenigen ruhigen Umgebung.

Sobald der Hund begriffen hat, dass es einen Gegenstand Ihrer Wahl nicht verfolgen darf, führen Sie eine echte Apportierübung in Gegenwart von Haustieren durch. Werfen Sie das Spielzeug in die Gegenrichtung des anderen Tieres, und fordern Sie den Hund auf, es sich zu holen. Sehr bald werden Sie den Hetztrieb des Hundes durch aufregende Apportierspiele steuern können.