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Aggressionen und andere Unarten! Aggression gegen Hunde Dominanzbestimmte Aggressionen richten sich am häufigsten gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen. Das Problem betrifft vorzugsweise Rüden und zeigt sich in manchen Rassen auffälliger als in anderen. Die Form der Aggression trifft am ehesten auf, wenn sich der Hund auf seinem eigenen Territorium befindet. Manche Hunde sind einfach asozial, doch häufiger ist das Problem durch Geschlechtshormone bedingt, oder es entsteht dadurch, das es an einer frühen und kontinuierlichen Sozialisation mit anderen Hunden gefehlt hat. Hier ist Abhilfe schwierig, und eventuell brauchen Sie die Unterstützung eines Experten. Die Kastration im Jugendalter schwächt dieses Verhalten bei den meisten Rüden ab. Anzeichen von Aggressivität Dominant - aggressive Hunde meinen es ernst. Meist geht dem Angriff ein aggressives Imponiergehabe und Knurren voraus. Falls nicht einer der beiden Hunde zurückweicht, kommt es zum Kampf. In einem solchen Kampf beißt der Hund womöglich jeden, der sich einmischt - sogar seinen Besitzer. Blickkontakt Sie sollten sofort einschreiten, wenn Ihr Hund Blickkontakt zu einem potentiellen Widersacher aufnimmt. Eine aufgerichtete Rute und eine gespannte Konzentration deuten darauf hin, dass ein Kampf bevor steht. Zwischen Hundehalter und fremden Hund Manche Hunde verteidigen aggressiv ihren Besitz. Wenn Ihr Hund zwischen Ihnen und dem anderen Hund steht und Sie an seiner Leine zerren, steigert sich dadurch noch seine Aggressionsbereitschaft. Schließlich verbindet er den Leinenzug mit Aggression, wohingegen er ohne Leine keine Angriffslust zeigt. Das Straffe - Leine - Syndrom Wenn Sie instinktiv versuchen, den Hund bei einer drohenden Attacke an der kurzen Leine zurückzuhalten, verschärfen Sie dadurch oft die Situation. Das gewaltsame Zurückzerren des Hundes steigert nur seine Aggressivität. Sie sollten vielmehr den Kopf des Tieres zur Seite drehen, damit es keinen Blickkontakt mit dem anderen Hund aufnehmen kann. Gegenmaßnahme Absolvieren Sie, zunächst in einer ruhigen Umgebung, ein Rückkehrtraining mit Ihrem Hund. Bringen Sie ihm an einer langen oder Roll-Automatik-Leine nochmals bei, auf Befehl zu Ihnen zu kommen, um sich sein Lieblingsspielzeug zu holen. Wenn Sie dem Hund an einem ruhigen Platz das Zurückkommen nochmals beigebracht haben, wiederholen Sie die Übung in freiem Gelände, wo sich ein anderer Hund in einiger Entfernung aufhält. Belohnen Sie Ihren Schützling, wenn er keine Aggressivität gegenüber dem anderen zeigt. Jeden Tag verkürzen Sie den Abstand zwischen den beiden Tieren, und loben ihn für sein ruhiges Verhalten. Vorbeugung Wenn Sie eine mögliche Aggression vorausahnen, sollten Sie die Aufmerksamkeit Ihres Hundes auf sein Lieblingsspielzeug lenken und dann den Befehl "Sitz" geben. Belohnen Sie stets sein braves Benehmen. Problemvermeidung Gewöhnen Sie Ihren Hund an das tragen eines Maulkorbes. Der Maulkorb hindert das Tier am Beißen und verringert sein Dominanzverhalten. Aggression gegen Menschen Die meisten Hunde geben sich damit zufrieden, dass sie als untergeordnete Rudelmitglieder behandelt werden, und folgen bereitwillig allen Befehlen, die ihnen die Mitglieder ihrer Menschenfamilie erteilen. Manchen Hunden bringen ihre Besitzer jedoch unabsichtlich bei, dass sie die eigentlichen Rudelführer sind. Die Chefs gehen als erste durch die Tür, werden zuerst gefüttert, und ihr Wunsch nach Behaglichkeit und Zuwendung wird prompt erfüllt. Sobald sich ein Hund einmal als Rudelführer fühlt, ist es wahrscheinlich, dass er sich aggressiv gebärdet, um seine Überlegenheit zu behaupten. Um dieses höchst problematische Verhalten zu korrigieren, brauchen Sie unter Umständen die Hilfe eines professionellen Hundeausbilders. Gegenmaßnahmen Sorgen Sie dafür, dass der dominante Hund im Haus eine "Wohnungsleine" trägt, und geben Sie den Befehl "Runter" , wenn er auf die Polstermöbel steigt. Risikovermeidung Ein Maulkorb oder ein verstellbares Kopfgeschirr, die den Fang des Hundes verschließen, dämpft sein Temperament, verringert das Beißrisiko und erleichtert die Durchsetzung von Befehlen. Zuwendungsverweigerung Entziehen Sie dem Hund Ihre Zuneigung. Um von Ihnen wieder beachtet zu werden, muss er etwas für Sie tun. Ignorieren Sie ihn, bis er sein forderndes Benehmen aufgibt; befehlen Sie ihm dann, sich zu setzen, und streicheln Sie ihn. Er wird bald begreifen, dass Sie sein Herr sind. Häufige Fellpflege Bürsten Sie einen dominanten Hund mindestens einmal täglich, und achten Sie darauf, dass er dabei den Fang geschlossen hält und eine "Wohnungsleine" trägt. Außerdem sollten Sie drei Wochen lang jeden Tag wenigstens zwei "Liegeübungen" durchführen. Der Hund isst als letzter Im Wolfsrudel frisst der Anführer vor seinen Untergebenen. Bereiten Sie das Futter Ihres Hundes vor, doch geben Sie es Ihm erst, nachdem Sie mit dem Essen fertig sind. Verabreichen Sie ihm in den Umerziehungswochen keinerlei Leckerbissen zwischen den Mahlzeiten. Der Hund geht als letzter Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Hund vor Ihnen durch die Tür rast. Der Chef geht zuerst, und Sie sind der Rudelchef. Der Hund muss seine Schritte den Ihren anpassen. Mehr Kontrolle Ein dominant aggressiver Hund sollte auch beim Ruhen eine Wohnungsleine tragen. Sorgen Sie dafür, dass der Schlafplatz des Hundes frei im Zimmer steht und nicht in einer höhlenähnlichen Ecke oder einem umschlossenen Bereich. Hunde fühlen sich in Höhlen sicherer, und das Selbstbewusstsein eines dominanten Tieres sollte nicht noch gestärkt werden. Bringübungen Üben Sie das Aufheben und Bringen von Gegenständen, weil dem Hund dadurch klargemacht wird, dass Sie der Chef sind. Auch dabei soll er die Wohnungsleine tragen. Medizinische Hilfe Dominanzbedingte Aggressivität ist ein potentiell ernstes Problem. Konsultieren Sie Ihren Tierarzt, der möglicherweise vorschlägt, die Umerziehung durch Medikamente zu unterstützen ( Antistresspillen, Beruhigungskapseln, Krampflösende Tabletten, Hormonpillen). Angstbeißen Obwohl das Zuschnappen eines ängstlichen Hundes sich von einer dominanzbedingten Aggression kaum zu unterscheiden scheint, hat dieses Angstbeißen andere Ursachen und erfordert andere Gegenmaßnahmen. Der Angstbeißer ist unsicher und versteckt sich eher hinter den Beinen seines Besitzers als ein aggressives Tier.Das Problem hat bei manchen Hunden seine Ursache in einer unzureichenden Sozialisierung, kann aber bei einigen Rassen auch genetisch bedingt sein. Die Umerziehung sollte langsam und behutsam erfolgen, vielfach ist professionelle Hilfe angezeigt. Aggressiv aus Angst Der Angstbeißer sendet häufig zwiespältige Signale aus. Der Hund sitzt vielleicht geduckt dicht neben seinem Besitzer und wedelt unterwürfig mit dem Schwanz, doch dann macht er plötzlich einen Satz nach vorn. Tiere mit dieser Verhaltensstörung haben meist ein schwach ausgeprägtes Selbstvertrauen. Wenn Sie Ihre Autorität im Training, wie bei einem aggressiv - dominanten Hund durchsetzen, steigern Sie nur noch das unterentwickelte Selbstbewusstsein des Tieres. Gegenmaßnahmen Sie brauchen die Hilfe eines Freundes oder eines Hundeausbilders. Der Hund sollte an der langen Leine geführt und vor der Übung nicht gefüttert werden. Ihr Helfer, der einen Leckerbissen in der Hand hält, geht davon. Gestatten Sie dem Hund, auf Ihren Freund zuzugehen und den Leckerbissen aus der offenen Hand entgegenzunehmen. Der Helfer sollte den Hund nicht ansprechen und mit dem Rücken zu ihm hinknien, so dass jeder Blickkontakt vermieden wird. Wiederholen Sie mehrmals die Schritte und beim nächsten Versuch wendet der Helfer seinen Körper leicht dem Hund Hund zu. Auch dabei entsteht kein Blickkontakt zwischen ihm und dem Tier. Nach mehreren gelungenen Übungen im Laufe einiger Tage gehen Sie zur nächsten Phase über. Wiederholen Sie die ersten Schritte, wobei der Helfer dem Hund das Gesicht zuwendet und abermals kniet. Gehen Sie nun mit Ihrem Hund auf Ihren Freund zu, der dabei stehen bleibt. Er schaut in die Richtung des Tieres, vermeidet aber einen Blickkontakt. Er reicht ihm den Leckerbissen und tritt dann zurück. Wenn der Hund in dieser Situation Angst bekommt, wiederholen Sie noch einmal den vorausgegangenen Schritt. Gehen Sie auf den Helfer zu, und sobald der Hund den Leckerbissen nimmt, loben Sie ihn und streicheln seine Flanken. Ihr Freund sollte dabei noch immer den Blickkontakt mit dem Hund vermeiden, aber er darf sich leise mit Ihnen unterhalten. Bis dieses Stadium erreicht ist, vergehen wahrscheinlich einige Wochen. Wenn sich der Hund ruhig und selbstsicher verhält, während Sie ihn streicheln und Ihr Helfer ihm einen Leckerbissen reicht, sollte auch dieser ihm die Flanken streicheln. Nachdem Sie diese Übung mehrere Male wiederholt haben, nehmen Sie eine kleine Veränderung vor: Ohne einen Blickkontakt herzustellen, sollte der Helfer den Hund streicheln, bevor er ihm die Futterbelohnung gibt. Angst vor Hunden Die Angst vor anderen Hunden kann daher rühren, dass der Hund in der Jugend keinen Umgang mit Artgenossen hatte oder dass er vom Besitzer all zu sehr behütet wurde. Sie können aber auch die Folge davon sein, dass das Tier früher einmal verschreckt oder gebissen worden ist. Abgewöhnung Machen Sie mit einem Freund, der einen braven Hund besitzt, einen Spaziergang im freien Gelände, und ermitteln Sie die Distanz, bei der Ihr Hund keine Angst vor dem anderen Tier hat. Belohnen Sie Ihren Schützling mit Leckerbissen und Liebkosungen, wenn er sich entspannt verhält. Verkürzen Sie den Abstand jeden Tag ein wenig, bis Ihr Hund schließlich angstfrei neben dem anderen hergeht. Eine solche Umerziehung dauert gewöhnlich drei bis sechs Wochen. Bisse haben immer eine Vorgeschichte Der Welpe kennt von Geburt an noch keine Beißhemmung, er entwickelt diese erst im Spiel mit anderen. Wenn er andere zwickt, wird er prompt zurück gebissen, was ihm ja weh tut. Die Entwicklung der natürlichen Beißhemmung ist ein Lernprozess, der in den aller ersten Lebenswochen bzw. Monaten stattfindet. In der Familie verhält sich der Welpe nicht anders, als unter seinesgleichen. So eine kleine Beißmaschine knabbert und beißt mit sichtlichem Wohlbehagen an unseren Fingern und Händen, was schlicht und einfach weh tut. Mit: "Hör mal, dass hat Frauchen bzw. Herrchen weh getan!" versteht der Welpe uns nicht. Die einzige Möglichkeit, ihm die Wirkung seines Tuns deutlich zu machen, besteht darin, dass er zu spüren bekommt, wie schmerzhaft sein Tun war. In einem solchen Moment drückt man den Welpen flach auf den Boden oder nimmt ihn am Nackenfell und schüttelt kurz. Wichtig ist, dass die Strafe mit dem Biss und nur mit diesem in Zusammenhang gebracht wird. Spielt das Hündchen danach wieder manierlich, muss es umgehend und ausgiebig gelobt werden. Er muss lernen, dass "Brav sein und manierliches Spielen" genau das ist was sein Mensch von ihm erwartet. Verzögerte Erziehungsmaßnahmen sind unnütz und sogar schädlich, haben keinen Effekt und verwirren nur den Hund. Beispiel Sie wollen Ihren Hund vom Sofa befördern, er will nicht und schnappt. Sie gehen los und holen die Zeitung um den Hund zu züchtigen, weil wie es so schön heißt:"Das man Hunde niemals mit der Hand bestrafen darf." Sie kommen wieder und geben ihm einen Klaps! Ihr Hund würde jetzt von Ihnen denken: " Komische Leute, wenn man sie beißt sagen sie nichts, aber wenn sie mit der Zeitung kommen, gibt es Druck!" Hunde beziehen sowohl die Strafe als auch die Belohnung unmittelbar auf den Augenblick. Der Hund in unserem Beispiel sollte bestraft werden, ob nun an der Strafe die Hand beteiligt ist oder nicht, spielt dabei keine entscheidende Rolle. Hundemütter suchen sich schließlich auch keine Zeitung um ihre Welpen zur Räson zu bringen. Sie benutzen dafür auch nur ihr Maul und ihren Zähne, aber das prompt und ziemlich bestimmend.
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